11.10.2007

Neue Fabrik geplant: VW knackt in China die Millionengrenze

Der Volkswagen-Konzern wird 2008 erstmals in China mehr als eine Million Fahrzeuge verkaufen. Der deutsche Autobauer prüfe darum bereits neue Produktionsstandorte im Reich der Mitte, bestätigte VW-China-Chef Winfried Vahland gestern in Peking. „Spätestens 2010 brauchen wir neue Kapazitäten.“

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Volkswagen-Beschäftigte arbeiten in China an einem Passat. Schon bald könnte der Autobauer eine zusätzliche Fabrik brauchen. Foto: APLupe

Volkswagen-Beschäftigte arbeiten in China an einem Passat. Schon bald könnte der Autobauer eine zusätzliche Fabrik brauchen. Foto: AP

HB PEKING. Für das laufende Jahr hat die Gruppe mit den Marken VW, Skoda und Audi ihre Absatzprognose bereits angehoben. „Wir peilen nun 900 000 Fahrzeuge in 2007 an“, so VW-Konzernchef Martin Winterkorn. Das sind 100 000 Stück mehr als bisher und es lastet die Kapazität der China-Produktion voll aus. Volkswagen stellt vor Ort für den chinesischen Markt her. Der Anteil der Import-Fahrzeuge wird dieses Jahr bei rund 15 000 Stück liegen.

In den ersten neun Monaten legte der China-Verkauf (mit Hongkong) gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 30,2 Prozent zu, teilte das Unternehmen mit. Damit stieg der Absatz erstmals seit dem Einbruch auf dem chinesischen Markt vor drei Jahren wieder stärker als der Branchenschnitt, der bei rund 20 Prozent lag.

Der Wolfsburger Konzern hat in diesem Jahr auch seine Profitabilität in China deutlich steigern können, so Vahland. Der Marktführer erwartet für das Gesamtjahr einen Zuwachs beim China-Gewinn, der im vergangenen Jahr 108 Mill. Euro zum operativen Konzerngewinn beigesteuert hatte. Im 1. Halbjahr 2007 wurden im China-Geschäft bereits 83 Mill. Euro erreicht.

Beschlossen ist bereits eine neue Getriebeproduktion in der Volksrepublik, so Vahland: „Wir werden unser neues, Sprit sparendes Automatikgetriebe in China bauen.“ Dies wird bislang zum Beispiel für den Golf GTI in Deutschland gefertigt. Ein Import für die China-Produktion sei aus Kostengründen nicht sinnvoll, begründete der VW-Manager die Entscheidung. „Wir müssen unsere Kosten senken und die Vorgaben der lokalen Fertigung in China erfüllen.“

Dabei ist Volkswagen nach eigenen Angaben schon weiter als geplant: Bis Jahresende werde man die Produktionskosten in China gegenüber 2005 um 30 Prozent gesenkt haben, teilte Vahland mit. Auch der lokale Fertigungsanteil von 80 Prozent werde schon dieses Jahr erreicht – ein Jahr früher als geplant. Der Konzern hatte erst vor einigen Monaten eine neue Motorenfertigung in der chinesischen Küstenstadt Dalian in Betrieb genommen hat.

Um die wachsende Nachfrage bedienen zu können, hat der VW-Konzern zu den Produktionen mit den chinesischen Partnern FAW (in Changchun) und SAIC (in Schanghai) vor kurzem eine weietere „Ausweichfertigung“ in Chengdu begonnen. Dort sollen mit FAW zunächst 20 000 Jetta-Pkw im Jahr gefertigt werden. „Auch dieser Standort ist noch ausbaufähig“, so Vahland.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Mit welchen Modellen VW das Reich der Mitte erobern will

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