VW-Komponentenwerke
Was sich Müller von den US-Riesen abschaut

Die neue Strategie von Volkswagen sieht wohl auch eine Bündelung aller eigenen Zulieferwerke vor. Ganz so weit wie die Vorbilder GM und Ford dürfte Konzernchef Matthias Müller allerdings nicht gehen.

WolfsburgDie Bündelung des hauseigenen Zulieferbereichs ist eine bewährte Strategie in der Automobilindustrie. Einen solchen Schritt dürfte Volkswagen-Chef Matthias Müller am Donnerstag bekanntgeben. Sollte sich der Volkswagen-Konzern tatsächlich zu diesem Schritt entschließen, dann kommt diese Entscheidung allerdings vergleichsweise spät.

Wichtige Konkurrenten sind diesen Schritt schon vor Jahren gegangen, allen voran die großen Autokonzerne aus den USA. Die Fertigungstiefe haben sie damit deutlich reduziert und konzentrieren sich auf das Geschäft als Autohersteller.

Schon vor mehr als 15 Jahren haben General Motors (GM) und Ford den Schritt der Ausgliederung beschlossen. GM fasste damals den konzerneigenen Zulieferbereich unter dem neuen Namen Delphi zusammen und brachte diese neue Tochtergesellschaft auch an die Börse. Fast deckungsgleich war das Konzept von Ford; dort trägt das Zuliefergeschäft heute den Namen Visteon.

Beide großen US-Zulieferkonzerne haben schon eine bewegte Geschichte hinter sich. Weil die amerikanische Autobranche nach der Finanzkrise von 2008 in eine große Krise geriet, bekamen auch Delphi und Visteon gewaltige Probleme. Beide Unternehmen mussten Insolvenz anmelden und deutlich schlanker werden. Die Neuausrichtung reichte, um sowohl Delphi als auch Visteon wieder aus der Insolvenz herauszuführen.

Delphi ist immer noch vergleichsweise groß und als weltweiter Zulieferer anerkannt. Im vergangenen Jahr kam der Konzern auf einen Umsatz von 15,2 Milliarden US-Dollar, mehr als 160.000 Beschäftigte stehen auf den Lohn- und Gehaltslisten. Im Unterschied dazu ist die frühere Ford-Tochter Visteon deutlich kleiner. Sie zählt heute gut 10.000 Mitarbeiter, der Umsatz erreichte im vergangenen Jahr 3,3 Milliarden US-Dollar. Visteon konzentriert sich heute stark auf den Bereich Fahrzeug-Elektronik.

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