VW-Konkurrent mit Umsatzplus

Peugeots Europa-Abhängigkeit macht sich bezahlt

Mehr als 60 Prozent seiner Wagen verkauft Peugeot in Europa. Das war lange ein Fluch für die Franzosen, denn das Geschäft lief schleppend. Doch jetzt gibt es anderswo Probleme – und der VW-Konkurrent profitiert.
Update: 26.10.2015 - 11:46 Uhr
Absatzplus für den Autobauer in Europa von sechs Prozent. Quelle: Reuters
Peugeot 308 GTi 270 Sport

Absatzplus für den Autobauer in Europa von sechs Prozent.

(Foto: Reuters)

ParisDie große Abhängigkeit vom europäischen Automarkt hat sich für Peugeot im dritten Quartal als Segen erwiesen. Insgesamt kletterte der Umsatz in den Sommermonaten um 3,2 Prozent auf 12,39 Milliarden Euro, wie das Pariser Unternehmen am Montag mitteilte. Dazu trugen unter anderem Preiserhöhungen bei. In Europa zog die Nachfrage nach der jahrelangen Krise wieder deutlich an. Das Absatzplus von Peugeot summierte sich hier auf gut sechs Prozent.

Eigentlich will Firmenchef Carlos Tavares den Auto-Hersteller breiter aufstellen. Denn die Abhängigkeit vom europäischen Markt, der für mehr als 60 Prozent des Absatzes steht, war lange ein Fluch für die Franzosen.

Derzeit hat die Branche aber anderswo Probleme, vor allem in Russland und Südamerika, aber auch in China. Weltweit ging der Peugeot-Absatz um über vier Prozent zurück, in Asien sogar um 17 Prozent. Für Europa erhöhte der Volkswagen -Konkurrent unterdessen seine Prognose für den Gesamtmarkt 2015 um zwei Punkte auf acht Prozent.

Das sind die Bestseller von Renault
Platz 10 - Trafic - 39.500 verkaufte Fahrzeuge*
1 von 10

Der kleinere Lastenesel der Franzosen verkauft sich in seiner Neuauflage im ersten Halbjahr wieder besser. Der Absatz legt im Vergleich zum Vorjahr um 12,1 Prozent zu.

*Quelle: Earnings report Renault / 1. Halbjahr 2015

Platz 9 - Master - 51.244 verkaufte Fahrzeuge
2 von 10

Auch für den großen Bruder läuft es besser. Der Transporter kann beim Absatz um ordentliche 13,4 Prozent zulegen.

Platz 8 - Twingo - 53.300 verkaufte Fahrzeuge
3 von 10
Platz 7 - Kangoo - 73.900 verkaufte Fahrzeuge
4 von 10

Beim Kastenwagen, der eine enge Verwandtschaft mit dem Mercedes Citan pflegt, stagniert der Absatz. Um 2,2 Prozent ging es im ersten Halbjahr aufwärts.

Platz 6 - Captur - 117.300 verkaufte Fahrzeuge
5 von 10

Der futuristische Crossover setzt seine Erfolgsgeschichte fort. Um satte 25 Prozent verkaufte sich der Captur im ersten Halbjahr besser.

Platz 5 - Logan - 145.200 verkaufte Fahrzeuge
6 von 10

Doch man muss nicht schön sein, um Erfolg zu haben. Der selbstbewusst als "Weltauto" vermarktete Logan stagniert zwar beim Absatz - aber das auf einem sehr ordentlichen Niveau.

Platz 4 - Megane - 146.703 verkaufte Fahrzeuge
7 von 10

Für einen einstigen Kandidaten für das Treppchen reicht es nur noch für Platz 4. Der Megane verkaufte sich im ersten Halbjahr rund 1,2 Prozent schlechter.

Peugeot-Finanzchef Jean-Bapiste de Chatillon sagte, wegen des VW-Skandals um manipulierte Abgaswerte bei Diesel-Fahrzeugen müsse sich auch der französische Konzern auf eine veränderte Nachfrage einstellen - hin zu Benzinern. Dies betreffe Peugeot vor allem auf dem Heimatmarkt, wo die Politik immer strenger gegenüber der Diesel-Technik agiere. Für Diesel-Fahrzeuge konnten Hersteller bislang oft höhere Preise durchsetzen.

An der Börse in Paris verloren Peugeot-Aktien zum Wochenstart gut zwei Prozent.

  • rtr
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