VW-Konkurrent mit Umsatzplus
Peugeots Europa-Abhängigkeit macht sich bezahlt

Mehr als 60 Prozent seiner Wagen verkauft Peugeot in Europa. Das war lange ein Fluch für die Franzosen, denn das Geschäft lief schleppend. Doch jetzt gibt es anderswo Probleme – und der VW-Konkurrent profitiert.

ParisDie große Abhängigkeit vom europäischen Automarkt hat sich für Peugeot im dritten Quartal als Segen erwiesen. Insgesamt kletterte der Umsatz in den Sommermonaten um 3,2 Prozent auf 12,39 Milliarden Euro, wie das Pariser Unternehmen am Montag mitteilte. Dazu trugen unter anderem Preiserhöhungen bei. In Europa zog die Nachfrage nach der jahrelangen Krise wieder deutlich an. Das Absatzplus von Peugeot summierte sich hier auf gut sechs Prozent.

Eigentlich will Firmenchef Carlos Tavares den Auto-Hersteller breiter aufstellen. Denn die Abhängigkeit vom europäischen Markt, der für mehr als 60 Prozent des Absatzes steht, war lange ein Fluch für die Franzosen.

Derzeit hat die Branche aber anderswo Probleme, vor allem in Russland und Südamerika, aber auch in China. Weltweit ging der Peugeot-Absatz um über vier Prozent zurück, in Asien sogar um 17 Prozent. Für Europa erhöhte der Volkswagen -Konkurrent unterdessen seine Prognose für den Gesamtmarkt 2015 um zwei Punkte auf acht Prozent.

Peugeot-Finanzchef Jean-Bapiste de Chatillon sagte, wegen des VW-Skandals um manipulierte Abgaswerte bei Diesel-Fahrzeugen müsse sich auch der französische Konzern auf eine veränderte Nachfrage einstellen - hin zu Benzinern. Dies betreffe Peugeot vor allem auf dem Heimatmarkt, wo die Politik immer strenger gegenüber der Diesel-Technik agiere. Für Diesel-Fahrzeuge konnten Hersteller bislang oft höhere Preise durchsetzen.

An der Börse in Paris verloren Peugeot-Aktien zum Wochenstart gut zwei Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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