VW kürzt Investitionen
„Wir fahren auf Sicht“

Angesichts der immensen Kosten für den Abgasskandal kürzt Volkswagen bei den Investitionen. VW-Chef Matthias Müller reduziert die Sachinvestitionen für 2016 auf 12 Milliarden Euro und will „auf Sicht fahren“.

WolfsburgVolkswagen streicht trotz der immensen Kosten für den Abgas-Skandal seine Investitionen vorerst nicht massiv zusammen. Im kommenden Jahr will der Konzern bei den Sachinvestitionen zwar eine Milliarde Euro kürzen. Man wolle aber nicht auf Kosten der Zukunft sparen, sagte VW-Chef Matthias Müller am Freitag nach einer Aufsichtsratssitzung in Wolfsburg.

Zugleich betonte der 62-Jährige aber: „Wir fahren in den kommenden Monaten auf Sicht.“ VW werde in den nächsten Wochen weitere Ausgaben überprüfen und gegebenenfalls auch streichen oder strecken.

Konkret will das Unternehmen für das Jahr 2016 die Sachinvestitionen auf maximal 12 Milliarden Euro reduzieren. Das sei eine Milliarde Euro weniger als im Durchschnitt der vergangenen Jahre. Müller sagte, VW wolle sich auf die Technologien der Zukunft konzentrieren - das sind die Elektromobilität und die Digitalisierung der Branche mit immer mehr Internet im Auto.

So sollen im kommenden Jahr 100 Millionen Euro mehr als bisher geplant in alternative Antriebe investiert werden. Bereits vor Wochen hatte der Konzern für die Hauptmarke VW Einsparungen von einer Milliarde Euro angekündigt.

Gespart werden soll zum Beispiel bei einem geplanten Designzentrum in Wolfsburg. Der Bau soll verschoben werden, dies führe zu Einsparungen von 100 Millionen Euro, hieß es. Außerdem solle der Bau einer Lackiererei in Mexiko überprüft werden. Bei der Modellpalette werde wie bereits bekannt der Nachfolger des Phaeton verschoben, der dann als Elektroauto auf den Markt kommen soll.

Fast die Hälfte der Sachinvestitionen fließt laut VW in die deutschen Standorte. Dies sei auch ein Bekenntnis zum Heimatmarkt des größten europäischen Autobauers.

Noch vor einem Jahr hatte VW bis 2019 im Konzernbereich Automobile insgesamt Ausgaben von 85,6 Milliarden Euro angepeilt. Dabei beliefen sich die Sachinvestitionen auf 64,3 Milliarden Euro. Eine vergleichbare Fünf-Jahres-Planung gab VW aber diesmal nicht bekannt.

Trotz der gekürzten Investitionen sieht Müller nach wie vor keine akute Gefahr für die Jobs in der Kernbeschäftigung. „Gemeinsam mit den Arbeitnehmer-Vertretern werden wir weiterhin alles dafür tun, um die Stammbelegschaft an Bord zu halten.“ Ähnlich hatte sich bereits VW-Markenchef Herbert Diess geäußert.

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