VW-Markenchef Diess verbreitet Optimismus „Die Automobilindustrie hat eine goldene Zukunft“

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„Die Branche macht zu wenig“

„Die deutschen Hersteller sind voll auf das klassische Segment und die Produktion von Autos fokussiert“, kritisiert auch Willi Diez, der im schwäbischen Geislingen das Institut für Automobilwirtschaft leitet. Große Defizite sieht er vor allem bei den neuen Mobilitätsdiensten. „Die Branche redet über Veränderungen, macht aber zu wenig“, beklagt der Professor. So habe Volkswagen vor einem Jahr seine neue Mobilitätstochter Moia mit großem Aufwand in der Öffentlichkeit präsentiert. Doch wahrnehmbar sei die neue Volkswagen-Tochter noch immer nicht.

Am großen Abstand zu weltweit führenden Mobilitätsdienstleistern wie Uber, Lyft und Didi habe sich nichts geändert. Sorgen bereitet dem Hochschullehrer auch die Entwicklung der Autowerte an den Aktienmärkten: Die großen Geldströme flössen an den deutschen Herstellern vorbei. Investoren interessierten sich heute viel stärker für Unternehmen, die sich um die Mobilitätsthemen der Zukunft kümmerten.

Das waren die 2016er Bestseller von VW
Platz 10: VW Touran - 164.248 verkaufte Fahrzeuge
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Den Auftakt in der Reihe der zehn Bestseller von VW macht der Kompaktvan. Ein Grund für seinen Erfolg liegt sicherlich in seinem wenig polarisierenden Design, dem großzügigem Platz, viel Komfort und der guten Sitzvariabilität. Ein echter Freund der Familie.

Quelle: VW Konzernbericht 2016

Platz 9: VW Up - 169.970 verkaufte Fahrzeuge
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Trotz gesunkener Verkaufszahlen reicht es noch für Platz neun: Der Kleinstwagen von VW überzeugt mit pfiffigen Lösungen auf engstem Raum. Agilität in der City und geringe Kosten, damit kann der Zweitürer ebenso punkten.

Platz 8: VW Bora - 236.427 Verkäufe
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Dass der Name der fünftürigen Limousine zwischen Golf- und Passat-Größe überhaupt noch geführt wird, ist der Bedeutung des chinesischen Automarktes zu verdanken, der für die Wolfsburger so unglaublich wichtig geworden ist. Und egal was man von der Formgebung in Europa hält: Chinesen lieben nun mal klassische Limousinen...

Platz 7: VW Santana - 312.177 verkaufte Fahrzeuge
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Auch die dritte Generation ist ein echter Verkaufserfolg. In Deutschland führte das damals noch sehr kantige Modell eher ein Langweiler-Schattendasein, machte aber international Karriere: 2013 wurde ein komplett neu entwickelter Santana speziell für den chinesischen Markt vorgestellt.

Platz 6: VW Lavida - 547.187 verkaufte Fahrzeuge
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Und noch eine Limousine, wobei diese untere Mittelklasse sogar in China entwickelt wurde. Den hierzulande unbekannten Lavida bietet VW seit zwei Jahren auf dem größten Wachstumsmarkt an. Mit Erfolg.

Platz 5: VW Tiguan - 548.687 verkaufte Fahrzeuge
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Vom globalen Boom der mehr oder weniger kompakten City-Geländewagen oder SUV profitiert natürlich auch der aktuell größte Autohersteller der Welt. 53 Prozent der Tiguan-Auslieferungen rollen auf den asiatisch-pazifischen Markt, gefolgt von Europa mit 31,6 Prozent.

Platz 4: VW Passat/Magotan - 711.878 verkaufte Fahrzeuge
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Platz, Qualität und High-Tech überzeugen viele Käufer. Die geräumige untere Mittelklasse ist in Deutschland vor allem als Kombi für Dienstwagen-Fuhrparks gefragt, der Rest der Welt findet die Limousine interessanter. Den Absatz des Bestsellers, den es schon seit mehr als 40 Jahren gibt, hält VW im Vergleich zum Vorjahr in etwa stabil.

Ferdinand Dudenhöffer, Automobilprofessor an der Universität Duisburg-Essen, warnt vor den aufstrebenden Autoherstellern aus China. „Die Chinesen sind sehr schnell und setzen künftig die Maßstäbe“, sagt der Hochschullehrer. Während in Europa weiterhin über Elektroantrieb und autonomes Fahren debattiert werde, würden in China Fakten geschaffen und beides bald im Realbetrieb eingeführt.

Die deutschen Hersteller müssten aufpassen, dass sie von der neuen chinesischen Konkurrenz nicht abgehängt würden. Zudem engagierten sich starke chinesische IT-Konzerne wie Baidu und Tencent im Automobilbereich. Dadurch werde eine schnelle Verzahnung zwischen Computer- und Autobranche möglich. Bei den deutschen Autoherstellern fehle hingegen eine ausgeprägte IT-Kompetenz.

Dudenhöffer rät der deutschen Automobilindustrie deshalb dazu, verstärkt Entwicklungsabteilungen nach China zu verlagern. Dort könnten die deutschen Hersteller bald in der Praxis auf den Straßen und nicht auf einer Teststrecke lernen, wie Elektroautos und autonomes Fahren die Welt der Mobilität prägen werden. „Die Deutschen dürfen nicht einfach in ihren Konzernzentralen sitzen bleiben“, warnt der Professor.

„Das Auto bleibt das effizienteste Transportmittel“
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