VW nennt Reparaturfrist
Anwälte im US-Dieselvergleich fordern 332 Millionen Dollar

Die Anwälte der US-Kläger im Diesel-Skandal fordern die Erstattung mehrerer hundert Millionen Dollar Rechtskosten von VW. Markenchef Diess will den Markt trotzdem nicht aufgeben – und hofft auf „eine zweite Chance“.

Düsseldorf, FrankfurtDer milliardenschwere US-Vergleich von Volkswagen im Diesel-Skandal füllt die Taschen der Kläger-Anwälte. Sie fordern bis zu 332,5 Millionen Dollar an Gebühren und anderen Rechtskosten, wie aus einem Gerichtsdokument vom späten Mittwochabend (Ortszeit) hervorgeht. Volkswagen hatte mit einem mehr als 15 Milliarden Dollar teuren Vergleich die Hunderte Sammelklagen von Dieselbesitzern sowie Klagen von Behörden und US-Bundesstaaten beigelegt.

Volkswagen und die Kläger-Anwälte hätten sich bislang nicht auf die Höhe der Gebühren geeinigt, hieß es in dem Dokument. Die Bedingungen des Vergleichs sehen vor, dass der zuständige Bezirksrichter Charles Breyer die Anwaltsgebühren genehmigen muss.

Derweil will der Konzern bis Mitte kommenden Jahres alle vom Dieselskandal betroffenen Fahrzeuge repariert haben. „Ich bin zuversichtlich, dass wir einen Großteil der Themen in 2016 und den Rest im ersten Halbjahr 2017 bewältigen werden“, sagte VW-Markenvorstand Herbert Diess der „Wirtschaftswoche“. Für 4,6 Millionen der weltweit rund 10,5 Millionen betroffenen Dieselfahrzeuge seien bereits technische Lösungen erarbeitet und von den Behörden freigegeben worden.

Verschrottungen von Fahrzeugen in größerem Umfang solle es nicht geben, sagte Diess dem Magazin. Dies wäre dann notwendig, wenn VW nicht in der Lage wäre, die Autos entsprechend der geltenden Gesetze in den USA umzurüsten.

Von einem Rückzug der Marke VW aus den USA hält der Marken-Chef nichts: „Das wäre aus meiner Sicht ein Fehler.“ Amerika sei ein Land, „in dem man zwar hart bestraft wird, aber dann auch eine zweite Chance bekommt“, sagte Diess der „Wirtschaftswoche“.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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