VW-Nutzfahrzeuge
„Der Wechsel auf den Elektroantrieb ist unwiderruflich“

  • 0

Vernetzte Lkw-Flotten

Die Vernetzung der Lastwagen-Flotten gilt als das zweite große Zukunftsthema bei VW. Damit verbunden ist das Autonome Fahren. Beide Bereiche sollen dafür sorgen, dass Speditionen und andere Kunden ihre Geschäfte einfacher und günstiger abwickeln können – also Geld sparen. „Vor zehn Jahren hat unsere Branche fast ausschließlich nur Hardware in Form von Fahrzeugen verkauft“, sagte Renschler. Heute gehe es viel stärker um Dienstleistungen und neue Service-Angebote.

300.000 verkaufte Lastwagen aus der Volkswagen-Flotte sind bereits vernetzt. VW Truck & Bus will diese Zahl auch mit Hilfe von Navistar in den kommenden Jahren auf etwa 650.000 erhöhen. Aus Sicht von Andreas Renschler leidet die gesamte Branche immer noch zu sehr unter zu vielen Leerfahrten und ungenutzten Transportkapazitäten. Wenn die Lkw-Flotten zentral gesteuert werden können, lasse sich die Auslastung deutlich erhöhen. „Die Kapazitäten können um bis zu 80 Prozent vergrößert werden“, sagte er.

Sparen können Speditionen auch, wenn nicht mehr in jedem Lastwagen ein Fahrer sitzt. Mit „Platooning“ (Windschatten-Fahren) arbeiten Hersteller wie Volkswagen an entsprechenden Produkten. Mehrere Lkw werden damit drahtlos zu Ketten verknüpft. Nur im ersten Fahrzeug sitzt noch ein Mensch, die anderen Lastwagen werden automatisch gelenkt.

MAN wird in Zusammenarbeit mit der Deutsche-Bahn-Tochter Schenker im Frühjahr 2018 die ersten Platoons auf einem digitalen Testfeld der Autobahn A9 zwischen München und Nürnberg erproben. Scania beteiligt sich an einem Platooning-Projekt in Singapur, wo die Lkw-Konvois zwischen zwei Hafenterminals verkehren. „Platooning ist der Einstieg in das automatisierte Fahren auf öffentlichen Straßen“, so Andreas Renschler.

Scania liefert in den nächsten Wochen einen selbstfahrenden Lastwagen an eine Mine in Afrika aus. Dort soll erprobt werden, wie sich die autonom fahrenden Lkw unter schwierigen Straßen- und Umweltbedingungen bewähren. Völlig ohne Mensch am Steuer wird es allerdings so schnell nicht gehen. „Der Fahrer bleibt unverzichtbar“, sagte Scania-Chef Henrik Henriksson in Hamburg. Bis sich autonome Systeme wirklich überall durchsetzen, würden noch sehr viele Jahre vergehen.

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

Kommentare zu " VW-Nutzfahrzeuge: „Der Wechsel auf den Elektroantrieb ist unwiderruflich“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%