VW-Nutzfahrzeugechef
„Es geht stabil aufwärts“

Wolfgang Schreiber ist Chef von Volkswagens 2009 von der Wirtschaftskrise und Modellwechsel gebeutelter Nutzfahrzeugtochter. Zum Start der Messe IAA Nutzfahrzeuge spricht er im Interview über das Geschäft 2010, die strategische Schwachstelle in den Schwellenländern und die geplante Produktion des Pick Up Amarok in Hannover.
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Handelsblatt: Herr Schreiber, in der Wirtschaftskrise ist der Absatz von VW Nutzfahrzeuge 2009 um 38 Prozent eingebrochen. Wie sieht es derzeit aus?

Wolfgang Schreiber: Wir sehen, dass die Talsohle durchschritten ist. Es geht stabil aufwärts. Der Markt wächst wieder, auch wenn wir im Gesamtmarkt noch weit weg sind von den Volumina der Jahre 2007 und 2008.

HB: Was bringt die Erneuerung der Modellpalette?

Schreiber: Sie hilft enorm. Mitte 2009 haben wir den T5 erneuert. Seitdem wächst der Absatz überproportional. Der Verbrauch ist dank neuer Motoren geringer, wir bieten Doppelkupplungsgetriebe (DSG) und mehr Allrad an. Zudem trägt der T5 jetzt das neue VW-Gesicht. Das spüren wir. Bis August dieses Jahres haben wir bereits knapp 82.000 Einheiten abgesetzt. Das bedeutet auch einen Gewinn bei den Marktanteilen. In Deutschland liegt er aktuell bei 47,1 Prozent, in Europa bei 26,5 Prozent. Das sind jeweils um die drei Prozentpunkte mehr als im letzten Jahr.

HB: Was werden Sie insgesamt 2010 absetzen?

Schreiber: Unser Ziel ist rund 450000 Fahrzeuge anstelle von 355000 im Jahr 2009. Uns hilft dabei auch der neue Caddy, der dieser Tage in den Markt kommt. Er hat ebenfalls neue, verbrauchsarme Motoren und das aktuelle Volkswagen Design bekommen. Er ist funktionaler, sparsamer, leiser, hochwertiger und hat jetzt in allen Varianten das Sicherheitssystem ESP an Bord. Die Kunden können jetzt auch die zweite Sitzreihe ausbauen und ein riesiges Ladevolumen nutzen. Das führt dazu, dass unser Bestseller nach seinem Boomjahr 2009, als die Abwrackprämie den Verkauf angekurbelt hat, trotz des Modellwechsels kaum verlieren wird. Wir rechnen mit einem Minus von wenigen 1000 Fahrzeugen und haben bis August schon knapp 84000 Fahrzeuge abgesetzt. 2011 wollen wir noch Volumen drauf legen und den ersten Platz nicht nur in der deutschen sondern auch in der europäischen Verkaufsstatistik erreichen.

HB: In der Wolfsburger Zentrale sieht man den Preis Ihrer Modelle als zu hoch an. Pläne, das zu ändern?

Schreiber: Das tun wir schon. Ausstattungsbereinigt liegt der Preis des neuen Caddy leicht unter dem Vorgänger. Unsere Kunden kommen im Schnitt zu 80 Prozent aus dem gewerblichen Bereich. Die rechnen schon immer mit dem spitzen Bleistift. Dank der neuen Motoren und Blue Motion Technology sparen sie jetzt beim Benziner bis zu 21 Prozent Sprit. Das senkt die Betriebskosten deutlich.

HB: Die Motoren stammen aus der Palette Ihrer Wolfsburger Kollegen. Arbeiten Sie noch enger mit Volkswagen PKW zusammen?

Schreiber: Da habe ich überhaupt keine Berührungsängste. Natürlich nutzen wir die Synergien des Konzerns. Das DSG stammt vom PKW, bei der Elektronik des T5 greifen wir auf die des Polo zurück. Aber Sie haben recht: Wir können sicher noch enger zusammen rücken. Entscheidend ist, dass Nutzfahrzeuge das bieten, was unsere Kunden erwarten, denn sie kaufen letztendlich ein Arbeitsmittel.

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