VW, Opel, Mercedes
Gesund getrickst

Die deutschen Autokonzerne verkaufen im Heimatmarkt wieder mehr Autos, doch häufig genug sind sie selbst ihr bester Kunde. Während die private Nachfrage nach Neuwagen sinkt, steigt die Zahl der Eigenzulassungen.
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DüsseldorfAls Anfang August die deutschen Zulassungszahlen für den Monat Juli verkündet wurden, sah alles gut aus. Der deutsche Automarkt, so schien es, habe die Talsohle durchschritten. Die Verkäufe lagen mit 270.250 verkauften Fahrzeugen rund 6,8 Prozent über dem Vormonat. Und das Gute: Besonders die deutschen Hersteller scheinen wieder in der Spur zu sein. Der deutsche Marktführer Volkswagen konnte um rund 10,4 Prozent zulegen, die lange kriselnde GM-Tochter Opel wuchs mit 6,9 Prozent ebenfalls schneller als der Markt.

Doch ein genauer Blick auf die Zahlen zeigt, dass der deutsche Neuwagen-Markt längst nicht so gesund ist wie es scheint. Tatsächlich vergeht den deutschen Privatkunden mehr und mehr die Lust auf einen Neuwagen. Im Juli gingen gerade einmal 38,2 Prozent aller verkauften Neuwagen an Privatkunden – das sind fünf Prozent weniger als im Vorjahr. Mit 103.175 Neuzulassungen für Privatkunden erreichen die Zulassungszahlen im Juli einen neuen Tiefpunkt.

Dass unterm Strich trotzdem ein Plus steht, haben die Hersteller zum einen dem wachsenden Flottenmarkt zu verdanken, der rund ein Viertel der Zulassungen ausmacht und um rund elf Prozent zulegte -  zum anderen haben sie sich die Zahlen aber auch selbst gesund getrickst.

Denn der Anteil der Fahrzeuge, die auf Händler oder Hersteller – kurz: auf die Autobauer selbst – zugelassen wurden, bleibt im ersten Halbjahr 2014 hoch - und legte im Juli erneut zu. „VW treibt den Rabattwettbewerb deutlich mit an“, sagt Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen. Tatsächlich gehen laut den aktuellen Zahlen des Kraftfahrzeugbundesamtes (KBA) seit Jahresbeginn rund 29,7 Prozent aller Neuzulassungen der Wolfsburger in Deutschland auf das eigene Konto. Das liegt leicht über dem Branchenschnitt von 28,7 Prozent.

Beim VW-Konzern will man die KBA-Zahlen auf Anfrage von Handelsblatt Online nicht kommentieren. In den Zahlen seien viele Sondereffekte enthalten, daher lasse sich der prozentuale Wert nicht vergleichen. Anders als bei anderen Herstellern sei bei VW in den Eigenzulassungen beispielsweise auch das Mitarbeiterleasing enthalten, also Autos, die von den Mitarbeitern gefahren, aber auf den Konzern zugelassen werden. Dieser Anteil sei durch die enorme Mitarbeiterzahl hoch.

Doch der Hersteller könnte auch eine anderes Ziel verfolgen: Denn Fahrzeuge, die einmal zugelassen wurden, können danach als Tageszulassungen gebraucht, also günstiger, verkauft werden. Bei Fahrzeugen wie dem Auslaufmodell Eos oder dem Golf-Bruder Scirocco liegt der Anteil der Zulassungen, die auf das Konto von Hersteller, Händlern und Vermietern gehen, im ersten Halbjahr 2014 deutlich über 70 Prozent – mit steigender Tendenz. Sind das alles Firmenwagen?

Kommentare zu " VW, Opel, Mercedes: Gesund getrickst"

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  • ...die Top 10, die veröffentlicht sind habe ich gesehen, alleine der Glaube fehlt mir?! Was wurde hier wieder getrixt? Wo sind Mini und Smart, die mit Car2Go und Drive Now sicherlich ganz oben mitspielen, oder ist Car Sharing hier großzügig ausgeklammert worden. Autos wie den defizitären Smart würde es ohnehin nicht geben, wenn ein Unternehmen damit nicht die schlechte Umweltbilanz der "Oberklassewagen" egalisieren könnte...

  • Ich bin mit Kia sehr zufrieden! Und 7 Jahre Garantie müssen die Deutschen erst mal nachmachen...

  • Hab mir gedacht, ich kauf mir mal ein deutsches Auto und griff zu einem BMW. Nie wieder, Rückrufaktionen und ständige Reparaturen. Mein nächster Wagen wird wieder ein asiatisches Modell sein. Zwar gibts auch da Qaulitätsprobleme, jedoch ist der Preis erheblich niedriger.

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