Industrie

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VW-Personalvorstand Neumann: „Wir dürfen nicht glauben, es geschafft zu haben“

exklusiv Der VW-Konzern beschäftigt mehr als 500.000 Mitarbeiter. Doch das Wolfsburger Jobwunder geht dem Ende entgegen. Europas größter Autobauer erwartet nur noch einen leichten Anstieg der Mitarbeiterzahl.

VW-Arbeitsdirektor Horst Neumann warnt vor verfrühter Euphorie. Quelle: dpa
VW-Arbeitsdirektor Horst Neumann warnt vor verfrühter Euphorie. Quelle: dpa

HamburgVolkswagens Personalvorstand Horst Neumann warnt die Manager des expandierenden Autobauers vor verfrühter Euphorie. Die Wolfsburger wollen bis 2018 zum weltgrößten Autobauer aufsteigen. „Wir dürfen nicht glauben, es geschafft zu haben, VW sei jetzt reich und unschlagbar. Stattdessen brauchen wir einen klaren Blick für Stärken und Risiken“, sagte Neumann dem Handelsblatt (Montagsausgabe).

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„Dann können wir die verbliebenen Schwachstellen beheben. Im Vergleich mit starken Wettbewerbern wie Toyota und Hyundai haben wir manche Segmente noch nicht besetzt, das gilt etwa für kompakte Nutzfahrzeuge in Schwellenländern. In Märkten wie Südostasien können wir noch viel tun.“

Die größten Autohersteller in Europa

  • Platz 10

    Nissan - 239.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

    Im Vergleich zum Vorjahr büßen die Japaner Marktanteile ein. Die Zahl der Neuzulassungen schrumpfte um drei Prozent.

  • Platz 9

    Toyota - 295.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

    Weltweit gehören die Japaner zu den größten Autokonzernen. In Europa stagnieren die Absätze allerdings. Im Vergleich zum Vorjahr wurden ein Prozent weniger Neuwagen verkauft.

  • Platz 8

    Daimler - 349.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

    Der deutsche Premiumhersteller kann sich freuen: Als einziger Hersteller in der europäischen Top Ten verkauften die Stuttgarter mehr Autos als im Vorjahr. Die Verkäufe legten um ein Prozent zu.

  • Platz 7

    BMW - 421.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

    Trotzdem kann BMW die Premiumkrone auch in Europa behaupten. Die Münchner verkauften zwar ein Prozent weniger Neuwagen als im Vorjahr - doch das ist immer noch besser als die Konkurrenz.

  • Platz 6

    Fiat - 456.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

    Die Sorgenfalten von Fiat-Chef Sergio Marchionne dürften zunehmen. Mit einem Minus von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr befinden sich die Italiener in einer der tiefsten Absatzkrisen der Unternehmensgeschichte.

  • Platz 5

    Ford - 533.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

    Auch für den US-Autobauer, dessen größtes Werk in Europa nördlich von Köln liegt, sind die Verkäufe in Europa eingebrochen. 11 Prozent weniger Fahrzeuge wurden an den Mann gebracht.

  • Platz 4

    General Motors - 573.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

    Die Zahlen sind besorgniserregend. So besorgniserregend, dass zuletzt auch Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke gehen muss. In Europa brachen die Verkäufe des US-Riesen im Vergleich zum Vorjahr um 11 Prozent ein.

  • Platz 3

    Renault - 583.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

    Noch schlimmer trifft es den französischen Autoriesen Renault. Satte 17 Prozent weniger Autos konnten die Franzosen im ersten Halbjahr absetzen. Die Regierung denkt bereits über Staatshilfen für die angeschlagene heimische Autoindustrie nach.

  • Platz 2

    Peugeot/Citroën - 827.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

    Auch der größte französische Autobauer klagt über Absatzprobleme und kündigte zuletzt an, 8000 Stellen streichen zu wollen. Im ersten Halbjahr schrumpften die Verkäufe um 14 Prozent.

  • Platz 1

    Volkswagen - 1,66 Millionen Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

    Es ist einsam an der Spitze: Die Wolfsburger deklassieren die Konkurrenz um längen. Im schwierigen europäischen Massenmarkt verliert Volkswagen zwar ein Prozent - doch insgesamt nehmen die Marktanteile zu.

Der wirtschaftliche Erfolg des größten deutschen Industriekonzerns hat in jüngster Zeit  zu einem deutlichen Personalaufbau geführt. Aktuell beschäftigt der VW-Konzern fast 520.000 Mitarbeiter. Durch Zukäufe wie MAN sind 75.000 Beschäftigte hinzugekommen. „Rein organisch haben wir seit 2009 über 70 000 neue Arbeitsplätze im Konzern geschaffen. Besonders freut uns, dass fast 25 000 davon in Deutschland entstanden sind“, so der Personalvorstand.

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Bild: dapd

Allerdings ist es mit dem Wolfsburger Jobwunder erst einmal vorbei. „Das wird nicht mehr so steil weitergehen. Wir erleben jetzt eine Konsolidierung und erwarten nur noch einen leichten Anstieg“, sagte der VW-Vorstand. „Es wird eher darum gehen, wie viele Leiharbeiter wir fest einstellen und wie viele Ausbildungsplätze wir weltweit schaffen können.“

Die erfolgsorientierte Vergütung der VW-Manager wird sich künftig an der neuen Größe des Konzerns ausrichten. „Aktuell müssen wir die Ziele auf die neue Konzernstruktur mit Porsche und MAN anpassen“, sagte Neumann.“ Generell müssen wir die Ziele immer wieder neu festlegen, etwa wenn wir das Niveau unseres Wachstumskurses 2018 erreicht haben.“

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