
HamburgVolkswagens Personalvorstand Horst Neumann warnt die Manager des expandierenden Autobauers vor verfrühter Euphorie. Die Wolfsburger wollen bis 2018 zum weltgrößten Autobauer aufsteigen. „Wir dürfen nicht glauben, es geschafft zu haben, VW sei jetzt reich und unschlagbar. Stattdessen brauchen wir einen klaren Blick für Stärken und Risiken“, sagte Neumann dem Handelsblatt (Montagsausgabe).
„Dann können wir die verbliebenen Schwachstellen beheben. Im Vergleich mit starken Wettbewerbern wie Toyota und Hyundai haben wir manche Segmente noch nicht besetzt, das gilt etwa für kompakte Nutzfahrzeuge in Schwellenländern. In Märkten wie Südostasien können wir noch viel tun.“
Nissan - 239.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012
Im Vergleich zum Vorjahr büßen die Japaner Marktanteile ein. Die Zahl der Neuzulassungen schrumpfte um drei Prozent.
Toyota - 295.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012
Weltweit gehören die Japaner zu den größten Autokonzernen. In Europa stagnieren die Absätze allerdings. Im Vergleich zum Vorjahr wurden ein Prozent weniger Neuwagen verkauft.
Daimler - 349.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012
Der deutsche Premiumhersteller kann sich freuen: Als einziger Hersteller in der europäischen Top Ten verkauften die Stuttgarter mehr Autos als im Vorjahr. Die Verkäufe legten um ein Prozent zu.
BMW - 421.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012
Trotzdem kann BMW die Premiumkrone auch in Europa behaupten. Die Münchner verkauften zwar ein Prozent weniger Neuwagen als im Vorjahr - doch das ist immer noch besser als die Konkurrenz.
Fiat - 456.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012
Die Sorgenfalten von Fiat-Chef Sergio Marchionne dürften zunehmen. Mit einem Minus von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr befinden sich die Italiener in einer der tiefsten Absatzkrisen der Unternehmensgeschichte.
Ford - 533.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012
Auch für den US-Autobauer, dessen größtes Werk in Europa nördlich von Köln liegt, sind die Verkäufe in Europa eingebrochen. 11 Prozent weniger Fahrzeuge wurden an den Mann gebracht.
General Motors - 573.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012
Die Zahlen sind besorgniserregend. So besorgniserregend, dass zuletzt auch Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke gehen muss. In Europa brachen die Verkäufe des US-Riesen im Vergleich zum Vorjahr um 11 Prozent ein.
Renault - 583.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012
Noch schlimmer trifft es den französischen Autoriesen Renault. Satte 17 Prozent weniger Autos konnten die Franzosen im ersten Halbjahr absetzen. Die Regierung denkt bereits über Staatshilfen für die angeschlagene heimische Autoindustrie nach.
Peugeot/Citroën - 827.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012
Auch der größte französische Autobauer klagt über Absatzprobleme und kündigte zuletzt an, 8000 Stellen streichen zu wollen. Im ersten Halbjahr schrumpften die Verkäufe um 14 Prozent.
Volkswagen - 1,66 Millionen Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012
Es ist einsam an der Spitze: Die Wolfsburger deklassieren die Konkurrenz um längen. Im schwierigen europäischen Massenmarkt verliert Volkswagen zwar ein Prozent - doch insgesamt nehmen die Marktanteile zu.
Der wirtschaftliche Erfolg des größten deutschen Industriekonzerns hat in jüngster Zeit zu einem deutlichen Personalaufbau geführt. Aktuell beschäftigt der VW-Konzern fast 520.000 Mitarbeiter. Durch Zukäufe wie MAN sind 75.000 Beschäftigte hinzugekommen. „Rein organisch haben wir seit 2009 über 70 000 neue Arbeitsplätze im Konzern geschaffen. Besonders freut uns, dass fast 25 000 davon in Deutschland entstanden sind“, so der Personalvorstand.

Seit Dezember 2011 hat Volkswagen ein neues Einstiegsmodell. Der Up löst den hierzulande wenig erfolgreichen und in Brasilien produzierten Fox ab. Inzwischen ist auch eine viertürige Version und eine Erdgas-Motorisierung verfügbar. Weitere Ableger sollen folgen.

Bei ihm gibt es keine Diskussion um den Namen: Das Modell ist seit 1975 unterhalb des Golfs etabliert. In der "Trendline"-Version kostet der Polo 12.450 Euro, als 180 PS starker Polo GTI können es aber auch locker über 22.000 Euro werden.

Der Golf ist der Bestseller von VW. Am 25. Juni 2002 löste er mit 21.517.415 verkauften Einheuten den Käfer als weltweit meistverkauftes Auto ab. Auch heute ist der Golf mit seinen Modellvarianten das wichtigste Modell der Wolfsburger.

Ebenfalls die Bezeichnung "Golf" im Namen tragen der Kombi Golf Variant, der Van Golf Plus und auch wieder das Golf Cabrio, das seit diesem Sommer nach mehreren Jahren Pause wieder erhältlich ist.

Doch damit nicht genug Golf: Auf der Basis des Kompakt-Bestsellers baut auch der Beetle auf, der mit seinem Retrodesign das Golf-Angebot nach unten abrunden soll.

Für die sportlichen Fahrer gibt es in der Golf-Klasse neben diversen GTI- und R-Ablegern noch die Neuauflage des Scirocco.

Klassische Kompaktwagen verkaufen sich in Europa gut, im Rest der Welt sind Limousinen gefragt. Um auch dieses Publikum bedienen zu können hat VW den Jetta im Angebot. Der soll sich vor allem in Nordamerika, China, Russland und Indien verkaufen. In Deutschland wird er auch erhältlich sein - allerdings mit hochwertigerem Interieur. Gefertigt wird der Jetta im mexikanischen Puebla.

Wem der Golf Plus zu klein ist, der greift mit dem Touran zum nächsten Kompaktvan auf Golf-Basis. Seit 2003 hat der Touran mehr als 1,4 Millionen Käufer gefunden.

Nur noch teilweise auf dem Golf basiert der Kompakt-SUV Tiguan. Dieser bedient sich auch an dem Teile-Resevoir des größeren Passat. Diese Mischung tut dem Tiguan gut: Er gehört zu den meistverkauften SUV in Deutschland.

Noch eine Golf-Passat-Mischung: Das Cabrio Eos basiert auf der Plattform des Passat, hat aber den Radstand der Golf-Modelle. Konkurrenz zu dem Golf Cabrio fürchtet VW nicht: Man biete mit einem Stoff- und einem Stahldach-Cabrio lediglich dem Kunden eine weitere Möglichkeit.
Seit Dezember 2011 hat Volkswagen ein neues Einstiegsmodell. Der Up löst den hierzulande wenig erfolgreichen und in Brasilien produzierten Fox ab. Inzwischen ist auch eine viertürige Version und eine Erdgas-Motorisierung verfügbar. Weitere Ableger sollen folgen.
Allerdings ist es mit dem Wolfsburger Jobwunder erst einmal vorbei. „Das wird nicht mehr so steil weitergehen. Wir erleben jetzt eine Konsolidierung und erwarten nur noch einen leichten Anstieg“, sagte der VW-Vorstand. „Es wird eher darum gehen, wie viele Leiharbeiter wir fest einstellen und wie viele Ausbildungsplätze wir weltweit schaffen können.“
Die erfolgsorientierte Vergütung der VW-Manager wird sich künftig an der neuen Größe des Konzerns ausrichten. „Aktuell müssen wir die Ziele auf die neue Konzernstruktur mit Porsche und MAN anpassen“, sagte Neumann.“ Generell müssen wir die Ziele immer wieder neu festlegen, etwa wenn wir das Niveau unseres Wachstumskurses 2018 erreicht haben.“