VW plant die Zukunft „Größter Veränderungsprozess in der Geschichte“

VW will den Abgas-Skandal hinter sich lassen. Chef Matthias Müller hat dafür eine Zukunftsstrategie entworfen. Bis 2025 steht dem Konzern ein großer Umbau bevor. Das Ziel: VW muss überall deutlich effizienter werden.
Update: 16.06.2016 - 15:52 Uhr 2 Kommentare

Volkswagen investiert Milliarden in die Zukunft

Volkswagen investiert Milliarden in die Zukunft

WolfsburgMit der neuen „Strategie 2025“ beginnt bei Volkswagen der Umbau des kompletten Konzerns. Vorstandschef Matthias Müller verschiebt dafür Milliarden Euro innerhalb des Unternehmens. Effizienzsteigerungen etwa in der Verwaltung und im Vertrieb sollen das Geld freimachen, das VW für neue Geschäfte braucht, für den Wandel zum Mobilitätskonzern.

„Das ist der größte Veränderungsprozess in der Geschichte von VW“, versprach Matthias Müller am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Wolfsburg. VW will Zukunftsfelder wie den Elektroantrieb und Mobilitätsdienste besetzen. Die Dieselaffäre sieht Müller als Katalysator, der die Veränderungen im Konzern erst richtig angeschoben hat. „Wir liefern jetzt“, ergänzte er.

Bis zum Jahr 2025 will der VW-Konzern 25 Milliarden Euro in den Umbau des Autogeschäfts stecken. Volkswagen rechnet damit, dass im Jahr 2030 nur noch etwa zwei Drittel aller neu verkauften Fahrzeuge mit einem Verbrennungsmotor ausgestattet sind. Verschärfte Emissionsregeln würden den Wechsel zum Batterieantrieb beschleunigen. VW könnte am Ende auch selbst eine eigene Batteriefabrik bauen. „Die Elektromobilität wird ein neues Markenzeichen des Konzerns“, so Müller weiter.

Damit der Neubau überhaupt gelingen kann, muss Müller alte Strukturen aufbrechen. Er will etwa die konzerneigenen Zulieferwerke in einem eigenen Unternehmen zusammenfassen. Der Zulieferbereich wird damit kontrollierbar, steuerbar und effizienter.

VW-Konzernchef Matthias Müller nannte bei der Präsentation seiner neuen Strategie allerdings keinen Zeitplan für den Umbau des Zulieferbereichs. Die neue Tochter soll auf jeden Fall auch in Wolfsburg angesiedelt werden. Künftig sei auch vorstellbar, dass der VW-Zulieferer seine Produkte auch an andere Autohersteller verkaufe.

Im Zuliefererbereich arbeiten 67.000 Menschen an 26 Standorten. In diesen Werken werden Motoren, Getriebe und Kunststoffteile gefertigt. Die Beschäftigten dort arbeiten aktuell unter dem lukrativen VW-Haustarif. Ob neue Mitarbeiter dort künftig aus dem Haustarif herausfallen werden, ist noch unklar. Die Arbeitnehmerseite trägt die Ausgliederung mit. Die Sparte werde damit konkurrenzfähig zu anderen Automobilzulieferern.

„Der Vorstand hat mit dem Konzept überzeugt“

Das verdient der VW-Vorstand
Gruppenbild mit Dame
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Insgesamt 63,2 Millionen Euro hat Volkswagen im Geschäftsjahr 2015 an den Vorstand ausgeschüttet. Nicht nur aktuelle Vorstände sind unter den Spitzenverdienern...

Matthias Müller - 4,17 Millionen Euro
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Seine ersten Monate an der Konzernspitze war für Matthias Müller sicher nicht vergnügungssteuerpflichtig. Im Vergleich zu seinen Vorgängern verdiente er in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2015 deutlich weniger. Seine Vergütung setzt sich zusammen aus einem Festgehalt von etwa 1,11 Million Euro und einem Bonus von 2,77 Millionen Euro. Hinzu kommt ein Versorgungsaufwand von etwa 300.000 Euro. Im September hatte er Martin Winterkorn an der Konzernspitze abgelöst.

Herbert Diess - 7,12 Millionen Euro
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Der Königstransfer hat sich seinen Wechsel von München nach Wolfsburg gut bezahlen lassen. In seinem ersten halben Jahr in Diensten von VW hat der ehemalige BMW-Spitzenmanager Diess mehr verdient als Konzernchef Müller. Zu seinem Fixgehalt von rund 5,7 Millionen kommt ein Versorgungsaufwand von 312.000 Euro und ein Bonus von 1,13 Millionen Euro. In der Vergütung enthalten ist allerdings eine Wechselprämie von 5 Millionen Euro.

Francisco Garcia Sanz - 4,36 Millionen Euro
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Der alte Hase im VW-Vorstand verdient deutlich weniger als im Vorjahr. Der Einkaufchef kassierte im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Fixgehalt von 1,29 Millionen Euro, hinzu kamen Prämien in Höhe von rund 2,26 Millionen Euro und ein Versorgungsaufwand von 816.000 Euro.

Jochem Heizmann - 3,45 Millionen Euro
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Das China-Geschäft zeigt sich vom Dieselskandal absolut unbeeindruckt. Auch an China-Vorstand Jochem Heizmann ist der Skandal spurlos vorbeigegangen. 1,2 Millionen kassiert Heizmann als Fixgehalt, hinzu kommen Bonuszahlungen von etwa 2,25 Millionen Euro.

Andreas Renschler - 14,91 Millionen Euro
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Mit seinem Wechsel von Daimler zu VW überflügelt Lkw-Vorstand Andreas Renschler sogar seinen ehemaligen Boss Dieter Zetsche beim Einkommen. Durch eine Wechselprämie von 11,5 Millionen Euro schießt sein Fixgehalt auf 12,8 Millionen Euro - und das ohne den Januar. Hinzu kommt ein Bonus von 2,06 Millionen Euro. Damit ist Renschler der Spitzenverdiener im VW-Vorstand.

Rupert Stadler - 4,1 Millionen Euro
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Audi ist zwar die Gewinnmaschine von Volkswagen. Doch Audi-Chef Stadler verdient im Vergleich zum Vorjahr allerdings fast drei Millionen Euro weniger. Sein Fixgehalt beläuft sich auf 1,11 Millionen Euro. Hinzu kommt ein Bonus von etwa 2,26 Millionen Euro, plus einem Versorgungsaufwand von 723.000 Euro.

Besonders die Marke VW hängt bei der Produktivität den Konkurrenten der Branche hinterher. Acht Milliarden Euro jährlich will der Konzern allein dadurch hereinholen, dass Verwaltung und Vertrieb besser arbeiten. Außerdem sollen Investitions- und Entwicklungsquote etwas heruntergenommen werden. „Wir liegen deutlich hinter den Besten der Branche zurück“, betonte der VW-Chef.

VW-Aufsichtsrat Stephan Weil sieht den Konzern mit der neuen Strategie auf dem richtigen Weg. „Der Vorstand hat mit dem Konzept überzeugt“, sagte der niedersächsische Ministerpräsident in Berlin. Der Konzern stehe vor große Aufgaben, als wichtiger Anteilseigner werde das Land das Unternehmen unterstützen.

Aus Expertensicht ist Volkswagen damit auf einem richtigen Weg. Der Erfolg ist aber nicht garantiert. „Der VW-Konzern muss überall deutlich effizienter werden, wenn er diese Ziele wirklich alle erreichen will“, unterstreicht Arndt Ellinghorst, Automobilanalyst beim Investmentberater Evercore ISI in London.

VW-Chef Matthias Müller hat die Investoren mit der neuen Strategie für den Autokonzern zunächst überzeugen können. Die VW-Aktie hat bis zum Nachmittag etwa 1,4 Prozent verloren und notierte mit 118,50 Euro.

Kriegt VW die Kurve?

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2 Kommentare zu "VW plant die Zukunft: „Größter Veränderungsprozess in der Geschichte“"

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  • Solche ehrenwerte Herren werden nicht verurteilt! Das kann man auch sehr gut bei den Bankern beobachten, welche Milliarden versenkt haben.
    "SCREW" the best ghost

  • Der von Gott gesandte WINTERKORN richtet einen Milliarden Schaden an. Tausende Leiharbeiter entlassen. Und der von Gott Gesandte kassiert weiter Millionen u. läuft frei herum. Vielleicht erwische ich ihn ja in der Allianz Arena!!

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