VW/Porsche: Anwalt bringt Übernahmeschlacht vor Gericht

VW/Porsche
Anwalt bringt Übernahmeschlacht vor Gericht

Im Streit um Milliarden-Schadensersatzforderungen wegen der gescheiterten VW-Übernahme durch Porsche bahnt sich ein erstes Gerichtsverfahren in Deutschland an. In Namen von zahlreichen Fonds fordert er 2,4 Mrd. Euro Schadensersatz, weil die Konzerne die Anleger nicht rechtzeitig informiert hätten.
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HB FRANKFURT. "Volkswagen hat unser Angebot einer außergerichtlichen Einigung vor einigen Tagen abgelehnt", zitiert die "Wirtschaftswoche" laut Vorabbericht Rechtsanwalt Franz Braun von der Kanzlei CLLB. Diese vertritt eigenen Aussagen zufolge gemeinsam mit der US-Kanzlei DRRT 14 Fonds, die sich geschädigt fühlen. "Es steht nun die Einleitung des Klageverfahrens an", sagte der Anwalt.

Dabei gehe es um Schadensersatzforderungen von rund 2,4 Mrd. Euro. VW bestätigte, dass eine außergerichtliche Einigung angestrebt worden sei, hält eine Klage aber für unbegründet, wie ein Sprecher am Samstag sagte. Auch Porsche hatte in der Vergangenheit die Vorwürfe bestritten.

Braun wirft VW und Porsche vor, die Anleger nicht rechtzeitig über die Übernahmepläne des Stuttgarter Konzerns informiert zu haben.

Porsche hatte im Herbst 2005 mit dem Kauf von VW-Stammaktien begonnen und bis Herbst 2008 jegliche Kontrollabsicht des Wolfsburger Konzerns bestritten. Im Oktober 2008 teilte der Sportwagenhersteller jedoch überraschend mit, sich über Aktien und Optionen 74 Prozent der Stimmrechte an VW gesichert zu haben. Ein Beherrschungsvertrag wurde für 2009 angekündigt.

Daraufhin vervielfachte die VW-Aktie binnen kurzer Zeit ihren Wert auf mehr als 1000 Euro. Anleger, die auf fallende VW-Kurse gesetzt hatten, erlitten zum Teil hohe Verluste. Letztlich scheiterte die VW-Übernahme jedoch. Volkswagen drehte den Spieß um - nun gehört Porsche zum Volkswagen-Konzern. Im nächsten Jahr soll der Sportwagenbauer als zehnte Marke integriert werden.

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  • Die Klage ist die Hoffnung auf das große Geld, fragt sich nur für wen.... Erfolgshonorare sind Teil des Konzepts. DRRT wirbt ausweislich seiner Webseite wie folgt: "All activities of the DRRT division are success-fee based and involve no subscription fees or costs to our clients."
    Mehr hier: http://www.drrt.com/drrt/index.php/professionals

    Für in Deutschland zugelassene Anwälte ist die Vereinbarung von Erfolgshonorar von wenigen Ausnahmen abgesehen verboten. Anders für die US-Anwälte...; Das Spiel kann beginnen. Wo die Klage eingereicht wird, ist nicht zu lesen, man darf gespannt sein, ob sich die Klägeranwälte auf deutschen boden trauen. in den USA betragen die Gerichtskosten ca 150 USD, in Deutschland bei dem angekündigten Streitwert ein kleines Vermögen, welches der Kläger vorstrecken muss. Ein Gerichtsstand in den USA hat nach der zuletzt ergangenen einschlägigen Rechtsprechung des US Supreme Court wenig Aussicht auf Erfolg. Der US Rechtsblog www.usa-recht.de hatte hierzu berichtet.

    Wir sind auf die weitere berichterstattung des Handelsblattes gespannt.

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