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VW/Porsche: Die schwere Geburt eines Autogiganten

Nach außen hin wirkt es wie eine Traumhochzeit. Doch die Glocken läuten in Moll. Die Verschmelzung von VW und Porsche ist nun zwar beschlossene Sache, aber hinter den Türen gab es mächtig Streit im VW-Aufsichtsrat. Zwei Mitglieder haben sogar gegen die Verschmelzung gestimmt. Die Familien müssen nun mehr Risiko tragen.

Die Verschmelzung von VW und Porsche gestaltet sich schwierig. Quelle: dpa
Die Verschmelzung von VW und Porsche gestaltet sich schwierig. Quelle: dpa

HAMBURG/STUTTGART. Die Eigentümerfamilien von Porsche müssen bei der geplanten Fusion mit Volkswagen höhere Risiken tragen als erwartet. Die Aufsichtsräte von VW und Porsche haben am vergangenen Freitag zwar grünes Licht gegeben für die Verträge, die die Einzelheiten der Verschmelzung regeln. Damit kann nach jahrelangem Machtkampf Europas größter Autokonzern den hochverschuldeten Stuttgarter Sportwagenbauer als zehnte Marke integrieren.

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Allerdings stimmten im VW-Aufsichtsrat trotz monatelanger Vorbereitungen zwei Vertreter der Kapitalseite gegen die milliardenschwere Übernahme von Porsche: RWE-Chef Jürgen Großmann und Roland Oetker, Präsident der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz.

Konsequenz des Widerstands: Die Haftung der Familien Porsche und Piëch für Risiken der Übernahme, die von ihnen zu tragen sind, wurde verschärft, berichten Aufsichtsratskreise. Zu den Details der Haftung äußerten sich beide Unternehmen nicht. Als einen mit Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) abgesprochenen Warnschuss an die Porsche-Familien sei das Verhalten der Aufsichtsräte aber nicht zu verstehen, heißt es in informierten Kreisen. Teilnehmer der Aufsichtsratssitzung berichten, Großmann habe sein Votum nicht begründet. Er fühle sich niemandem verpflichtet, sagen Kreise des Kontrollgremiums. Als Unternehmer - ihm gehört unter anderem das Stahlwerk Georgsmarienhütte bei Osnabrück - ist er unabhängig.

Großmanns Entscheidung wurde in Teilen des Kontrollgremiums als "seltsam und verwunderlich" gewertet. Schließlich habe er der detaillierten Grundlagenvereinbarung zugestimmt, die die Weichen zur Porsche-Übernahme gestellt hat - den Durchführungsverträgen nun aber nicht. Dabei seien die vier unabhängigen Vertreter der Kapitalseite von den gleichen Anwälten beraten worden.

Die Verträge waren wochenlang juristisch geprüft worden, auch das Land Niedersachsen als Großaktionär und die Arbeitnehmervertreter brachten Änderungen ein. Ziel ist es, Klagen von VW-Aktionären vorzubeugen. Ob das gelingt, ist offen. Einige Fonds und Kleinaktionäre haben Widerstand angekündigt.

  • 22.11.2009, 21:57 UhrAnonymer Benutzer: PanameraVonPorsche

    Sorry, aber es ist ja wohl ein Unterschied, ob Porsche jrl 100000 hochpreisige Autos verkauft oder VW 100000 Lupos, Golfs etc.
    Die Story läuft nun schon einige Jahre und nun muss butter bei die Fische. Jetzt noch mit bedenken zu kommen ist ziemlich hinterfötzig.
    Die Dividende wäre beim Schuldenabbau besser aufgehoben, als beim Aktionär, der von der Dividende nichts hat außer Papierkrieg.

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