VW/Porsche
Porsche und Volkswagen reden wieder miteinander

Die Beratungen über die Schaffung eines neuen Automobilgigantens aus Porsche und Volkswagen gehen voran. Die Finanzvorstände beider Unternehmen treffen sich. Grund genug dafür haben sie.

HB STUTTGART. Die Finanzvorstände von Porsche und Volkswagen haben ihre Gespräche zur Bildung eines neuen Automobilgiganten wieder aufgenommen. Wie ein Porsche-Sprecher in Stuttgart berichtete, traf der Finanzvorstand des Sportwagenbauers, Holger Härter, mit seinem VW-Kollegen Hans Dieter Pötsch zusammen. Über den Inhalt des Gesprächs sei Vertraulichkeit vereinbart worden. Ein VW-Sprecher wollte das Treffen auf Anfrage nicht kommentieren.

Porsche und VW sollen nach dem Willen der Eigentümerfamilien Porsche und Piech zu einem integrierten Automobilkonzern vereinigt werden. Der Weg dahin und die genaue Form ist aber bisher völlig unklar. In Wolfsburger Autokreisen hieß es am Dienstag Porsche müsse vor einem Zusammenschluss "massive finanzielle Fragen" klären. Porsche ist nach der Mehrheitsübernahme von VW hoch verschuldet.

Porsche verhandelt weiter mit den Banken zur Schließung einer Finanzierungslücke von 1,75 Mrd. Euro. Das Unternehmen ist unter anderem bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vorstellig geworden. Außerdem versucht das Land Baden-Württemberg, den Konzern auf der Suche nach neuen Geldgebern zu unterstützen. Dabei steht nach Angaben aus Regierungskreisen eine direkte Finanzierung über die LBBW ebenso zur Debatte wie eine Bürgschaft des Landes, mit der ein Bankkredit abgesichert wird.

Die größte deutsche Landesbank ist bereits in einem Bankenkonsortium mit von der Partie, dass Porsche im März zehn Mrd. Euro zur Verfügung gestellt hatte. Dem Vernehmen nach ist die LBBW mit zwei Mrd. Euro an dem Gesamtvolumen beteiligt.

Porsche hält an Volkswagen rund 51 Prozent der Anteile. Der Sportwagenbauer übernahm sich bei der Mehrheitsübernahme von Europas größten Autobauer und häufte neun Mrd. Euro Schulden an. Nach Einschätzung Branchenkennern kommen die Gespräche zur Fusion auch deshalb nicht voran, weil sich die Vorstände von Porsche und Volkswagen nicht über die Machtverteilung in dem neuen Konzern einigen können. VW strebt offenbar die Eingliederung von Porsche als zehnter Marke in den Konzern an. Das würde eine weitgehende Entmachtung der Porsche-Manager bedeuten.

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