VW/Porsche
Warum Wiedeking den Kampf verloren hat

Lange schien er unschlagbar: Porsches ehemaliger Chef Wendelin Wiedeking. Doch im Machtkampf mit Volkswagen macht er zu viele Fehler – warum er die entscheidende Schlacht verliert.

mwb/fas/hz/cs STUTTGART/MÜNCHEN/FRANKFURT. Sie stehen im strömenden Regen, sie jubeln, sie klatschen, sie pfeifen. Minutenlang. 5000 Porsche-Mitarbeiter lassen den Mann, der vor ihnen auf der Bühne steht, hochleben: Wendelin Wiedeking. Ihren Chef. Ihren ehemaligen Chef.

Sie lassen ihn erst gar nicht zu Wort kommen, als er sich von ihnen verabschieden, ihnen danken, ihnen Mut machen will für das, was da kommt. Irgendwann dringt seine Stimme doch durch, erst leise und rau, dann lauter und kräftiger.

"Es muss aufhören mit den dauernden Beschädigungen von Porsche", ruft er in die Menge. "Wir sollten jetzt aber nicht zurückschauen, sondern konstruktiv an unserer gemeinsamen Zukunft basteln."

Der Regen prasselt noch kräftiger auf die Menschen nieder, die vor ihm stehen. Wiedeking blickt gen Himmel. "Das ist die Gefühlslage. Es könnte besser gehen." Dann fügt er hinzu: "Danke und alles Gute."

Er dauert keine fünf Minuten, der letzte Auftritt des Wendelin Wiedeking Donnerstag am frühen Nachmittag. Der Mann, der seit 1992 an der Spitze von Porsche stand, der lange Zeit unschlagbar schien, der eine abgewirtschaftete Firma in einen Vorzeigekonzern verwandelte, dieser Mann verlässt das Unternehmen.

Kaum jemand hat eine solche Erfolgsstory in der deutschen Wirtschaft hingelegt wie Wiedeking. Kaum einer hat aber auch so hoch gepokert wie der 56-jährige Westfale. Am Ende hat er verloren. Er ist gescheitert an dem Projekt, das seine Karriere hätte krönen können: Porsche sollte VW übernehmen, der Nischenhersteller aus Stuttgart-Zuffenhausen mit seinen 11000 Beschäftigten griff nach Europas größtem Automobilkonzern mit seinen 350 000 Mitarbeitern. Wiedeking forderte damit Ferdinand Piëch heraus, den Strippenzieher und starken Mann im VW-Konzern.

Es hätte ein großer Coup werden können. Es ist Wendelin Wiedekings Verhängnis geworden.

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