VW-Prozess: Machtmensch – und Mitwisser?

VW-Prozess
Machtmensch – und Mitwisser?

Lustreisen und Sonderboni für eine bessere Arbeitsatmosphäre – heute sagt der Patriarch des Autobauers, Ferdinand Piëch, im VW-Prozess als Zeuge aus. Vor dem Landgericht Braunschweig will er von all dem nichts gewusst haben. Sowieso scheint es, als bange Piëch mehr um sein Image als er die Staatsanwälte fürchtet. Für VW-Manager ist klar, dass es nur einen gibt, der ihn wirklich belasten könnte.

DÜSSELDORF. Piëch sagte am Mittwoch als Zeuge vor dem Landgericht Braunschweig, er habe zu seiner Zeit als Vorstandschef "zu keinem Zeitpunkt" Kenntnis von einem Missbrauch von "Vertrauensspesen" durch Betriebsräte gehabt. Er habe zudem nichts von Sonderbonuszahlungen an den angeklagten Ex-Betriebsratschef Klaus Volkert gewusst.

In Braunschweig geht es nicht nur um eine mögliche Mitwissserschaft, sondern auch um Piëchs Image. Die Frage ist: Wonach strebt ein Mann, der sich alles kaufen kann, was es für Geld gibt? Bill Gates beispielsweise hat diese Frage für sich beantwortet - der Microsoft -Gründer, 52 Jahre, kümmert sich fortan um seine Familie und um seine Stiftung.

Ferdinand Piëch, 70 Jahre alt, will weiter Wirtschaftsgeschichte schreiben. Sein Ziel ist der Olymp der Automobilindustrie. "Der will Henry Ford nach hinten drängen", sagt ein VW -Manager. Und seinen legendären Großvater Ferdinand Porsche sowieso. "Piëch geht es um Ruhm, Geld hat er sowieso."

Konnte so einer es sich leisten, nicht zu wissen, was seine direkten Mitarbeiter so treiben?

Heute Vormittag muss Ferdinand Piëch erklären, dass es so war. Da sagt der Ex-Konzernchef und aktuelle Vorsitzende des Aufsichtsrats von VW als Zeuge im Schwurgerichtssaal des Braunschweiger Landgerichts aus. In der Münzstraße Nummer 17 muss Piëch dem Gericht Rede und Antwort stehen.

Es geht um die Frage, wie viel er als Firmenchef von dem wusste, was heute "die VW -Affäre" heißt: Lustreisen samt Prostituierten und Sonderboni hat das Management den Betriebsräten spendiert - der besseren Arbeitsatmosphäre zuliebe.

Die Anwälte des angeklagten Ex-Betriebsratschefs Klaus Volkert und des willfährigen Personalmanagers Klaus-Joachim Gebauer spekulieren nun darauf, die Strafe für ihre Mandanten erheblich zu mindern, indem sie Piëch, der damals VW -Konzernchef war, eine Mitwisserschaft nachweisen - die dieser bestreitet.

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