VW-Prozess
„Volkert sollte wie ein Topmanager behandelt werden“

Im Untreueprozess gegen Ex-VW-Betriebsratschef Klaus Volkert hat der frühere Personalvorstand Peter Hartz die Verantwortung für umstrittene Boni an den Angeklagten übernommen. Der damalige VW-Chef Ferdinand Piech sei darüber nicht informiert gewesen. Allerdings: Er hat sich demnach für eine Sonderbehandlung Volkerts eingesetzt – und Hartz quasi einen Blankoscheck ausgestellt.

HB BRAUNSCHWEIG. „Herr Volkert hat mich nicht zur Sonderboni-Gewährung angestiftet. Es war meine Entscheidung“, sagte Hartz am Donnerstag in seiner Zeugenvernehmung vor dem Landgericht Braunschweig. Er habe die Entlohnung geheim gehalten, denn die Entlohnung eines Betriebsratschefs sei ein „sehr sensibles Thema“.

Volkert ist in der VW-Korruptionsaffäre wegen Anstiftung zur Untreue angeklagt. Laut Staatsanwaltschaft hat er über mehrere Jahre hinweg Sonderboni von fast zwei Mill. Euro erhalten, ohne eine entsprechende Leistung dafür erbracht zu haben. In dem Prozess geht es auch um umstrittene Spesen, durch die Dienste von Prostituierten für Betriebsräte über VW abgerechnet wurden. Zusammen mit Volkert steht der frühere Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer wegen Untreue vor Gericht. Hartz ist in dem Verfahren der wichtigste Zeuge. „Er ist bereits rechtskräftig verurteilt und muss umfassend aussagen“, sagte ein Gerichtssprecher zu Beginn des fünften Verhandlungstages.

Hartz sagte, Volkert habe sich 1994 ihm gegenüber unzufrieden mit der Bezahlung geäußert. Er selbst habe daraufhin informell mit Piech und dem damaligen Finanzvorstand Jens Neumann gesprochen, und man sei sich einig gewesen: „Herr Volkert sollte wie ein Topmanager behandelt werden. Mir wurde übertragen, das umzusetzen. Über Einzelheiten wurde nicht gesprochen“, sagte Hartz. „Ich habe das diskret behandelt. Herr Doktor Piech und Herr Doktor Neumann waren darüber nicht informiert.“

Hartz berichtete, er habe Mitte der 90er Jahre zu Gebauer gesagt, dass Volkert „großzügig, wertschätzend und nicht kleinlich“ behandelt werden sollte. Dass das möglicherweise zu Missbrauch einladen könne, habe er ignoriert. „Ich schaute weg.“ Das Ausmaß des Missbrauchs habe er erst durch die Ermittlungen erfahren. „Es hat mich überrascht.“

Hartz war der erste, der sich in der im Sommer 2005 publik gewordenen Affäre um Lustreisen von Betriebsräten auf VW-Kosten und Sonderboni vor Gericht verantworten musste. Im Januar war Hartz wegen Untreue und Begünstigung des Betriebsrates zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe von 576 000 Euro verurteilt worden.

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