VW-Rekorde 250 Millionen Euro für Porsche und Piëch – Eigentümerfamilien profitieren von VW-Rekorden

Der VW-Konzern macht Rekordgewinne. Davon profitieren auch die Eigentümerfamilien. Sie erhalten deutlich mehr Geld als im Vorjahr.
Update: 20.03.2018 - 10:57 Uhr 5 Kommentare

„Krise hat Veränderungen möglich gemacht, die vorher nicht denkbar waren“

„Krise hat Veränderungen möglich gemacht, die vorher nicht denkbar waren“

StuttgartDie Familien Porsche und Piëch profitieren von der guten wirtschaftlichen Entwicklung im Volkswagen-Konzern. Für 2017 wird ihnen ein deutlich höherer dreistelliger Millionenbetrag überwiesen als im vorangegangenen Jahr.

Das wurde am Dienstag auf der Jahrespressekonferenz der Porsche SE in Stuttgart bekannt. In der Holding haben die Familien ihre Anteile an der Volkswagen AG gebündelt. Sie halten 52 Prozent der Stimmrechte des Wolfsburger Autoherstellers.

Die Porsche SE überweist ihren Aktionären in diesem Jahr voraussichtlich 538 Millionen Euro, für das vorangegangene Geschäftsjahr waren es noch 308 Millionen Euro. Ungefähr die Hälfte dieser Ausschüttung geht unmittelbar an die Familien Porsche und Piëch, der Rest an die freien Aktionäre der Porsche SE. Die Anteile an der Stuttgarter Holding sind etwa zur Hälfte zwischen den Familien und der großen Gruppe freier Anteilseigner aufgeteilt.

Die Familienholding will den überwiegenden Teil des Geldes weiterreichen, das sie von der Volkswagen AG bekommt. Der VW-Konzern hatte für 2017 eine deutliche Anhebung der eigenen Dividende angekündigt. Demnach sollen gut 600 Millionen Euro von Wolfsburg nach Stuttgart überwiesen werden, vor einem Jahr war auch dieser Betrag nur etwa halb so hoch.

Trotz der anhaltenden Belastungen aus der Dieselaffäre hatte Volkswagen den eigenen Jahresüberschuss nach Steuern auf 11,6 Milliarden Euro gesteigert (2016: 5,4 Milliarden). Volkswagen ist die zentrale Beteiligung der Porsche SE. Bei der Stuttgarter Familienholding ist das Jahresergebnis deshalb ebenfalls deutlich nach oben gegangen: von 1,4 auf 3,3 Milliarden Euro.

„Der Volkswagen-Konzern ist in einer sehr guten Verfassung“, sagte Hans Dieter Pötsch, Vorstandsvorsitzender der Porsche SE und zugleich Aufsichtsratschef bei VW in Wolfsburg. Der Autohersteller stehe im operativen Geschäft so gut da wie nie zuvor – „auch wenn man die erneuten Sondereinflüsse für die Bewältigung der Dieselthematik berücksichtigt.“ Der VW-Konzern hatte 2017 noch einmal 3,2 Milliarden Euro wegen des Abgasskandals zurückgelegt, insgesamt sind es seit 2015 mehr als 25 Milliarden Euro.

Der VW-Konzern ist das wesentliche Investment der Porsche SE, der Autohersteller steht für 90 Prozent der Vermögenswerte der Holding. „Die Finanzkennzahlen der Porsche SE ebenso wie ihr Aktienkurs werden weiterhin maßgeblich von der Entwicklung des Volkswagen-Konzerns beeinflusst“, betonte Pötsch. Zugleich sucht die Familienholding nach weiteren Beteiligungen, vor allem im Verkehrs- und Automobilbereich.

Im vergangenen Jahr hatte die Porsche SE mit der Karlsruher PTV für rund 300 Millionen Euro zum ersten Mal ein komplettes Unternehmen gekauft. Die PTV ist eine Ausgründung der Karlsruher Universität und hat etwa 800 Beschäftigte. Das Unternehmen hat sich auf die Entwicklung von Computerprogrammen für Verkehrsplanung und -management spezialisiert.

Das sind die Bestseller von VW
Platz 10: VW Up - 158.795 verkaufte Fahrzeuge
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Trotz gesunkener Verkaufszahlen reicht es noch für Platz zehn: Der Kleinstwagen von VW überzeugt mit pfiffigen Lösungen auf engstem Raum. Agilität in der City und geringe Kosten, damit kann der Zweitürer ebenso punkten.

Quelle: VW Konzernbericht 2017

Platz 9: VW Gol – 203.148 verkaufte Fahrzeuge
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Der Kleinwagen wird speziell für den lateinamerikanischen Markt gebaut und ist dort eines der erfolgreichsten Autos überhaupt. 2017 konnte Volkswagen den Absatz deutlich steigern.

Platz 8: VW Santana - 293.313 verkaufte Fahrzeuge
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Auch die dritte Generation ist ein echter Verkaufserfolg. In Deutschland führte das damals noch sehr kantige Modell eher ein Langweiler-Schattendasein, machte aber international Karriere: 2013 wurde ein komplett neu entwickelter Santana speziell für den chinesischen Markt vorgestellt.

Platz 7: VW Bora - 334.900 verkaufte Fahrzeuge
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Dass der Name der fünftürigen Limousine zwischen Golf- und Passat-Größe überhaupt noch geführt wird, ist der Bedeutung des chinesischen Automarktes zu verdanken, der für die Wolfsburger so unglaublich wichtig geworden ist. Und egal was man von der Formgebung in Europa hält: Chinesen lieben nun mal klassische Limousinen.

Platz 6: VW Lavida - 507.574 verkaufte Fahrzeuge
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Und noch eine Limousine, wobei diese untere Mittelklasse sogar in China entwickelt wurde. Den hierzulande unbekannten Lavida bietet VW seit zwei Jahren auf dem größten Wachstumsmarkt an. Mit Erfolg.

Platz 5: VW Passat/Magotan - 660.996 verkaufte Fahrzeuge
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Platz, Qualität und High-Tech überzeugen viele Käufer. Die geräumige untere Mittelklasse ist in Deutschland vor allem als Kombi für Dienstwagen-Fuhrparks gefragt, der Rest der Welt findet die Limousine interessanter. Den Absatz des Bestsellers, den es schon seit mehr als 40 Jahren gibt, ging im Vergleich zum Vorjahr etwas zurück.

Platz 4: VW Polo – 755.506 verkaufte Fahrzeuge
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Egal welche Generation - der deutsche Kleinwagen-Klassiker dominiert die Neuzulassungsstatistiken oft Monat für Monat in Folge. 2017 präsentierte VW-Markenvorstand Herbert Diess die neueste Variante des Polo.

Bei den laufenden juristischen Auseinandersetzungen sieht sich die Familienholding auf der sicheren Seite. Beim Oberlandesgericht Celle wird gegen die Porsche SE ein Verfahren nach dem Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz (KapMuG) im Zusammenhang mit der gescheiterten Volkswagen-Übernahme verhandelt. An den Ausgangsverfahren sind 40 Kläger beteiligt, die Schadensersatz in Höhe von rund 5,4 Milliarden Euro geltend machen.

In einer ersten mündlichen Verhandlung vor dem Oberlandesgericht sei die Auffassung der Porsche SE in allen wesentlichen Punkten bestätigt worden, sagte Pötsch. Die Familienholding weist die Ansprüche der freien Aktionäre zurück.

Auch wegen des Dieselskandals ist die Porsche SE mit Anlegerklagen konfrontiert. Die Kläger werfen dem Unternehmen vor, dass die Holding nicht rechtzeitig über die Dieselprobleme bei Volkswagen informiert habe und verlangen insgesamt fast eine Milliarde Euro. Auch diese Klagen wertet die Porsche SE als „unbegründet und teilweise auch als unzulässig“. Die Familienholding sei klar und eindeutig von der Volkswagen AG abgetrennt. Die Porsche SE könne deshalb nicht dafür verantwortlich gemacht werden, was bei Volkswagen geschehe.

Daran ändere auch die Tatsache nichts, dass führende VW-Manager bei der Porsche SE Spitzenpositionen einnehmen. Zusätzlich zu VW-Aufsichtsratschef Pötsch ist dort auch Matthias Müller als Vorstand tätig, in der Hauptfunktion Vorstandsvorsitzender bei Volkswagen. „Personengleichheit ist nicht Organgleichheit“, betonte Hans Dieter Pötsch. Volkswagen-Vorstände unterlägen bei der Porsche SE einer strikten Verschwiegenheitspflicht bei VW-Angelegenheiten. Manfred Döss, Chefjustitiar von Volkswagen, sitzt ebenfalls im Vorstand der Porsche SE.

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt gegen Hans Dieter Pötsch, Matthias Müller und den ehemaligen VW-Konzernchef Martin Winterkorn wegen ihrer Vorstandsfunktion bei der Porsche SE bereits wegen des Verdachts der Marktmanipulation. „Die Holding ist davon überzeugt, dass keines ihrer Organmitglieder gegen kapitalmarktrechtliche oder strafrechtliche Vorschriften verstoßen hat“, sagte Pötsch. Die Porsche SE argumentiert damit ähnlich wie die Volkswagen AG. Auch der Autokonzern weist den Vorwurf zurück, dass das Unternehmen zu spät über die Dieselaffäre informiert habe.

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5 Kommentare zu "VW-Rekorde: 250 Millionen Euro für Porsche und Piëch – Eigentümerfamilien profitieren von VW-Rekorden"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Herr Carlos Santos
    20.03.2018, 15:05 Uhr
    Herr chris schnitzler
    20.03.2018, 13:45 Uhr
    Herr Piech wird auf 12 Milliarden Eigenvermögen geschätzt, ein Dutzend Rechtsverdreher sind damit beschäftigt das Geld über Stiftungen und Auslandssitze ,vor allem in Österreich,am deutschen Steurzahler vorbeizuschleusen. Der Dieselskandal interessiert der Porsche und Piech Clan doch nicht im geringsten, deutsche Dieselfahrer bekommen von Ihnen nichts!

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    Wie es aus den Medien zu entnehmen ist, war scheinbar DER DEUTSCHER STAAT AUS DER RICHTUNG EU ÜBER DEN DIESEL SKANDAL LANGE VORHER INFORMIERT WORDEN, bevor die Amerikaner dieses entdeckten !

  • Herr chris schnitzler
    20.03.2018, 13:45 Uhr
    Herr Piech wird auf 12 Milliarden Eigenvermögen geschätzt, ein Dutzend Rechtsverdreher sind damit beschäftigt das Geld über Stiftungen und Auslandssitze ,vor allem in Österreich,am deutschen Steurzahler vorbeizuschleusen. Der Dieselskandal interessiert der Porsche und Piech Clan doch nicht im geringsten, deutsche Dieselfahrer bekommen von Ihnen nichts!

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    Der Deutscher Staat besitzt 20% der VW Aktien, UND DANN WOLLEN SIE DASS GERICHTE oder das EUROPÄISCHER GERICHTSHOF DEN DEUTSCHEN STAAT MIT ANKLAGT ?????
    NUR BEIM VOLK HEISST ES :
    " IM NAMEN DES VOLKES, EIGENTUM VERPFLICHTET ! "

  • Herr Piech wird auf 12 Milliarden Eigenvermögen geschätzt, ein Dutzend Rechtsverdreher sind damit beschäftigt das Geld über Stiftungen und Auslandssitze ,vor allem in Österreich,am deutschen Steurzahler vorbeizuschleusen. Der Dieselskandal interessiert der Porsche und Piech Clan doch nicht im geringsten, deutsche Dieselfahrer bekommen von Ihnen nichts!

  • VW-REKORDE
    250 Millionen Euro für Porsche und Piëch – Eigentümerfamilien profitieren von VW-Rekorden

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    Aber dann die USA abspeisen wollen mit nur 340 MILLIONEN US-Dollar investitionen in der VW Fabrik im USA ???

    Für wie blöde hält VW die USA ???

    Solche nachrichten lesen auch alle Amerikaner im USA !!!!!

  • HB: "250 Millionen Euro für Porsche und Piëch – Eigentümerfamilien profitieren von VW-Rekorden"
    Entspricht ca. 0,1 % vom Jahresumsatz und bescheiden für die Situation.
    Der hundertfache Teil dessen wurde bisher für die Aufarbeitung der Dieselthematik verwendet.
    Der größte Teil leider im "Land der unbegrenzten Möglichkeiten"

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