VW rutscht im Ranking der größten Konzerne ab
Brasiliens Firmen leiden unter hohen Zinsen

Nach dem Handel und den Versorgern hat es jetzt auch die brasilianische Industrieunternehmen erwischt. „Technisch gesehen stecken die Branchen in einer Rezession“, stellt Sílvio Sales, Industrieexperte des Statistischen Amtes Brasiliens IBGE, fest. Anders als die Analysten in den Investmentbanken erwartet haben, sind im Juni die Umsätze des verarbeitenden Gewerbes weiter gesunken.

abu SAO PAULO. Damit stagniert das Wachstum der brasiliansichen Industrie im ersten Halbjahr. Die Unternehmen leiden unter dem Hochzinskurs der im Januar angetretenen Regierung des ehemaligen Gewerkschaftsführers Luiz Inácio Lula da Silva. Die Kosten seines harten Kurses gegen die Inflation machen sich erst jetzt voll bemerkbar. Anfang des Jahres konnten die Unternehmen in einigen Branchen den bereits sinkenden inländischen Konsum noch durch Zulieferungen an Exportunternehmen ausgleichen.

Die industriellen Zulieferer quer durch alle Branchen wie Zement, Verpackung, Plastik verzeichnen starke Umsatzrückgänge im ersten Halbjahr. Die Stagnation der brasilianischen Wirtschaft wird sich noch bis ins nächste Jahr erstrecken.

Unter den größten Unternehmen Brasiliens ist der Umsatzanteil nationaler Privatfirmen gegenüber den Auslandskonzernen auf 37 % gestiegen. Deren Anteil ist zwar weiterhin größer, hat aber erstmals auf 44 % abgenommen. Brasilianisches Kapital dominiert in den Branchen Bau, Bergbau, Textil, Transport, Papier und Getränke.

Bezeichnend für den Strukturwandel ist, dass Volkswagen do Brasil inzwischen nach Umsatz (5,3 Mrd. $) nur noch die Nummer vier der Privatkonzerne in Brasilien ist, nachdem der Konzern jahrzehntelang die Liste angeführt hat. Inzwischen haben die brasilianischen Firmen Ambev (Brauerei) und Telemar (Telekom) sowie die spanische Telefonica VW überholt. Auch im Vergleich aller südamerikanischen Konzerne hat Volkswagen auf dem Kontinent Plätze eingebüßt.

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