VW-Schmiergeldaffäre
Faurecia-Mitarbeiter legt Geständnis ab

In die Affäre um Schmiergelder des französischen Zulieferers Faurecia an Einkäufer von Automobilfirmen kommt Bewegung. Wie die Staatsanwaltschaft Frankfurt mitteilte, hat ein Beschuldigter bereits gestanden und wurde daraufhin auf freien Fuß gesetzt.

hof FRANKFURT. Sein Faurecia-Kollege und mutmaßlich ein Mitarbeiter von Audi befinden sich dagegen in Untersuchungshaft. Ein Audi-Sprecher bestätigte lediglich, dass „eine betroffene Person nicht an ihrem Arbeitsplatz erschienen ist.“

Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen den Angaben zu Folge zusätzlich zu den beiden Mitarbeiter des Zulieferers und dem Audi-beschäftigten zwei VW-Einkaufsleiter. Insgesamt wird sogar gegen rund 20 Personen ermittelt. Die Staatsanwaltschaft, die nach einem Tipp aus der Finanzbehörde aktiv wurde, wirft Faurecia konkret vor, „spätestens seit 1998 Schmiergelder im Umfang von zuletzt 600 000 bis 800  000 Euro jährlich an mehrere Mitarbeiter der Einkaufsabteilungen von deutschen Automobilkonzernen gezahlt zu haben. Zusätzlich seien Urlaubsreisen und Möbel bezahlt worden. Der 2002 ausgeschiedene VW-Einkaufsleiter soll nach den Angaben der Staatsanwaltschaft allein mehr als eine halbe Mill. Euro kassiert haben, die Masse davon allerdings nicht von Faurecia, sondern einem weiteren, namentlich noch nicht bekannten Zulieferer.

Zu den Kunden der Franzosen - Faurecia liefert als einer der zehn größten Autozulieferer der Welt Sitze, Cockpit-Teile und Abgasanlagen - gehören auch Daimler-Chrysler und BMW. „Bei uns kommt der Name Faurecia im Zusammenhang mit Unregelmäßigkeiten nicht vor“, sagte aber eine Daimler-Sprecherin. Aus München hieß es, dass die neuen Erkenntnisse nicht im Zusammenhang mit dem BMW-Korruptionsskandal stünden, bei dem es ebenfalls um Schmiergeldzahlungen geht. Faurecia versprach wie zuvor VW und Audi, die Staatsanwaltschaft zu unterstützen.

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