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26.03.2008 
Nutzfahrzeugsparte

VW setzt auf profitable Lastenesel

von Mark C. Schneider

Volkswagen will den Absatz seiner Nutzfahrzeugsparte innerhalb der nächsten zehn Jahre deutlich steigern. Der Konzern will gegenüber den Branchengrößen aufholen. Dabei soll eine Produktoffensive helfen.

Stephan Schaller, Chef von Volkswagen Nutzfahrzeuge, hat große Ziele. Foto: dpaLupe

Stephan Schaller, Chef von Volkswagen Nutzfahrzeuge, hat große Ziele. Foto: dpa

HANNOVER. "Bis 2018 wird die Marke ihren Teil zur Wachstumsstrategie des Volkswagen -Konzerns beitragen und ihre weltweiten Auslieferungen von derzeit knapp 500 000 Einheiten auf rund 800 000 steigern", sagte Stephan Schaller, Chef der VW -Nutzfahrzeugsparte am Mittwoch in Hannover auf der Jahrespressekonferenz der VW -Tochter.

Konzernchef Martin Winterkorn will mit einer Vielzahl neuer Modelle und zusätzlichen Fabrik, etwa in Nordamerika, bis zum Jahr 2018 die Lücke zu den Branchengrößen General Motors und Toyota schließen. An der Produktoffensive wird sich auch die Nutzfahrzeugsparte mit einer neuen Generation von Pickup-Fahrzeugen unter dem Arbeitstitel Robust Pick Up (RBU) beteiligen. Der RPU wird zunächst in Südamerika und weiteren Schwellenländern als Packesel mit einer Tonne Nutzlast angeboten. Die Fertigung der Baureihe wird Ende 2009 im argentinischen VW -Werk Pacheco anlaufen.

"Neue Modelle wie zusätzliche Pick-Up-Varianten für den US-Markt dürften den Absatz in den nächsten Jahren weiter ankurbeln", prognostiziert Autoanalyst Frank Schwope von der NordLB. Der Verkauf der VW -Nutzfahrzeuge in den USA und Asien sei noch deutlich ausbaufähig.

Die Wolfsburger Mutter kann sich über profitables Wachstum freuen. "Wir setzen diesen Weg konsequent fort", sagte Schaller. Die Kapitalrendite stieg nach einer 2005 erreichten Ergebniskonsolidierung von 3,4 Prozent im Jahr 2006 auf acht Prozent im vergangenen Jahr. Die Umsatzrendite verbesserte sich auf 3,3 Prozent. "Die Umsatzrendite genügt jedoch noch nicht und erfordert sicher weitere Anstrengungen", sagte Frank Fiedler, Finanzvorstand von VW -Nutzfahrzeuge.

Weltweit lieferte VW im vergangenen Jahr knapp 489 000 Nutzfahrzeuge aus - ein Plus von 10,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ein neues Rekordniveau erzielten auch die in Südamerika gebauten Trucks und Busse. Mehr als 46 000 weltweit verkaufte LKW und Busse bedeuten einen Zuwachs von gut 26 Prozent. In Europa legt vor allem der Absatz im Osten zu. Dort erzielte VW ein Plus von 32 Prozent.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Verbindungen zu Scania dürften enger werden

Der Umsatz der Marke stieg um 15 Prozent auf 9,3 Mrd. Euro. Das operative Ergebnis stieg von 138 Mill. Euro im Jahr 2006 auf 305 Mill. Euro im Jahr 2007. "Positive Ergebnistreiber sind neben steigenden Auslieferungen weitere Produktivitätsverbesserungen, permanente Einsparungen bei den Materialkosten und anhaltende Fixkostenoptimierungen gewesen", sagte Finanzvorstand Fiedler.

Mittelfristig dürften die Verbindungen mit der neuen schwedischen VW -Tochter Scania wesentlich enger werden. "In schlechteren Zeiten könnte eine Fusion der Nutzfahrzeugsparte und Scania auf die Agenda kommen", sagt Schwope. Experten gehen davon aus, dass der Wolfsburger Autokonzern in nächsten Jahren auch die Mehrheit am Münchner LKW-Bauer MAN übernehmen wird. Derzeit besitzt VW 29,9 Prozent der Stimmrechte. Nutzfahrzeugchef Schaller sitzt im MAN -Aufsichtsrat.

Dann wäre Volkswagens Firmenpatriarch Ferdinand Piëch am Ziel, seinem Autoreich einen global wettbewerbsfähigen LKW-Riesen einzuverleiben. Zusammen mit seiner Familie und Porsche -Chef Wendelin Wiedeking dominiert VW -Aufsichtsratschef Piëch über den Großaktionär Porsche den Kurs des Wolfsburger Autokonzerns. VW hatte am 3. März in einem Paukenschlag die Mehrheit am schwedischen LKW-Bauer Scania übernommen, am selben Tag kündigte Porsche an, die Mehrheit an Volkswagen zu übernehmen.

Selbst, wenn Volkswagen sich mit der Übernahme von MAN Zeit lassen sollte, wird der Konzern so schnell wie möglich Synergieeffekte heben. "In jedem Fall dürfte gemäß dem Modulsystem eine Vereinheitlichung zahlreicher Bauteile anstehen, um so Einspareffekte zu erzielen", sagt Autoanalyst Schwope.

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