VW-Skandal
Lustreisen kosten VW Millionen

Dem Volkswagen-Konzern ist durch die Affäre um Lustreisen für Betriebsräte und Schmiergelder ein Schaden von etwa 5 Millionen Euro entstanden.

HB WOLFSBURG. Das geht aus dem Bericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG hervor, über den der Aufsichtsrat am Freitag beriet. Demzufolge haben Konzernangehörige und „Außenstehende“ versucht, den VW-Konzern über Scheinfirmen und getarnte Beteiligungen in größerem Umfang abzuschöpfen und zu betrügen. Diese Aktivitäten seien jedoch „nach heutigem Erkenntnisstand“ im wesentlichen im Versuch stecken geblieben. „Die Kontrollsysteme haben gegenüber diesen Aktivitäten weitgehend funktioniert.“ VW seien aber über so genannte Eigenbelege „erhebliche Mittel wahrscheinlich auch für Privatzwecke“ entzogen worden.

Im einzelnen etwa hat dem KPMG-Bericht zufolge Ex-Skoda- Personalchef Helmuth Schuster versucht, „unrechtmäßig“ Mittel des VW- Pensionsfonds am Markt anzulegen. Der frühere VW-Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer habe in den vergangenen fünf Jahren Eigenbelege in Höhe von 939 000 Euro abgerechnet. Es gebe Belege dafür, dass er teilweise private Ausgaben auch für sich selbst und für betriebsfremde Personen aus seinem Umfeld über VW abgerechnet habe, unter anderem für Reisen, Schmuck und Barbesuche.

Volkswagen will „weitgehende Konsequenzen“ aus der Affäre ziehen. Vorstandschef Bernd Pischetsrieder kündigte nach der Aufsichtsratssitzung in Wolfsburg ein konzernweites Ombudsmann-System an. Damit solle die Vorbeugung von Korruption verbessert werden. Die Affäre sei noch nicht vollständig aufgeklärt.

In der Affäre ermittelt die Braunschweiger Staatsanwaltschaft inzwischen gegen insgesamt zehn Beschuldigte. Der zurückgetretene VW-Betriebsratschef Klaus Volkert wird der Beihilfe zur Untreue verdächtigt. Beschuldigt sind auch zwei SPD-Parlamentarier, die zugleich VW-Betriebsräte sind.

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