VW-Skandal
Mitarbeiter-Geständnisse deckten Betrug auf

Der jüngste Skandal um falsche Angaben über den Kohlendioxid-Ausstoß bei Volkswagen wurde offenbar durch VW-Mitarbeiter aufgedeckt. Laut Medienberichten liegen dem Konzern mehrere Geständnisse vor.

WolfsburgNach Informationen der „Bild am Sonntag“ geht der jüngste Abgas-Skandals bei Volkswagen geht auf das Geständnis eines Wolfsburger Ingenieurs zurück. Der Mitarbeiter der VW-Abteilung Forschung und Entwicklung habe seinem Vorgesetzten vom großangelegten Kohlendioxid-Betrug berichtet, meldet die Zeitung. Der Konzernrevision lägen zudem Geständnisse weiterer Mitarbeiter vor.

Die Ingenieure hätten angegeben, sie hätten die ambitionierten Ziele von dem inzwischen zurückgetretenen VW-Chef Martin Winterkorn mit legalen Mitteln nicht erreichen können, berichtet die Zeitung. Winterkorn hatte beim Genfer Autosalon im März 2012 angekündigt, VW werde den Kohlendioxid-Ausstoß seiner Modelle bis 2015 um 30 Prozent verringern. Die VW-Techniker hätten sich nicht getraut, Winterkorn mit den Schwierigkeiten bei der Umsetzung seiner Vorgaben zu konfrontieren, schreibt die „BamS“.

Dem Bericht zufolge kamen die Manipulationen heraus, weil ein Wolfsburger Ingenieur Ende Oktober sein Schweigen brach. Der Mitarbeiter der Abteilung Forschung und Entwicklung berichtete demnach seinem Vorgesetzten von dem großangelegten Betrug.

Die Techniker hätten mit diversen unerlaubten Maßnahmen die Werte manipuliert, zum Beispiel durch einen höheren Reifendruck von mehr als 3,5 bar. Außerdem sei auch Diesel ins Motoröl gemischt worden, damit Testwagen leichter laufen und weniger Sprit verbrauchen.

Der Konzern prüft laut „BamS“ derzeit, welche Mitarbeiter beurlaubt werden müssten. Der Techniker, der mit seinem Geständnis alles ins Rollen gebracht habe, dürfe bleiben. „Wir können nicht jemanden bestrafen, der so einen mutigen Schritt gemacht hat“, zitiert die Zeitung die Konzernspitze.

VW hatte am Dienstag mitgeteilt, dass bei der Zertifizierung von rund 800.000 seiner Fahrzeuge zu niedrige Abgaswerte und damit auch Verbrauchsangaben festgelegt worden seien. Der Kohlendioxid-Ausstoß eines Autos spielt bei der Berechnung der Kfz-Steuer eine Rolle.

Wegen manipulierter Abgaswerte steht der VW-Konzern seit Wochen massiv unter Druck. Im September hatte das Unternehmen nach Enthüllungen der US-Umweltbehörde EPA zugeben müssen, dass bei rund elf Millionen Dieselfahrzeugen Software eingesetzt war, welche die Abgaswerte als zu niedrig auswies. Durch den Skandal entstehen dem Konzern Milliardenkosten.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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