VW-Sprecher dementiert Magazinbericht
Verhandlungen über Lkw-Allianz ziehen sich offenbar hin

Die Verhandlungen über eine Lkw-Allianz zwischen Volkswagen, dem Münchner MAN-Konzern und dessen schwedischem Konkurrenten Scania dauern offenbar länger als erwartet. Entgegen anders lautender Presseberichte seien die Gespräche aber nicht gescheitert, sagte am Samstag ein VW-Sprecher.

HB FRANKFURT. „Die Gespräche werden weitergeführt“, sagte ein VW-Sprecher. Meldungen über einen Abbruch der Gespräche bezeichnete er als Unsinn. Zuvor hatte das Magazin „Focus“ unter Berufung auf Unternehmenskreise vorab aus seiner jüngsten Ausgabe berichtet, die Unternehmen hätten ihre Gespräche abgebrochen und auf unbestimmte Zeit vertagt. „Es gibt keine Chance auf eine Einigung“, zitierte das Magazin einen beteiligten Manager. Nicht einmal eine Kooperation sei gelungen. Auch ein erstes Treffen zwischen dem MAN-Vorstandsvorsitzenden Hakan Samuelsson und Scania-Chef Leif Östling habe keine Annäherung gebracht. MAN wollte den Magazin-Bericht nicht kommentieren.

Ein Abschluss der Verhandlungen war vielfach noch für dieses Jahr erwartet worden. Erst am Dienstag hatte VW-Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch aber während der IAA erklärt, die Lkw-Allianz sei im Moment kein vorrangiges Thema, und offen gelassen, bis wann diese unter Dach und Fach sei. Die Unternehmen hätten derzeit Rekordauftragsbestände und mit dem operativen Geschäft alle Hände voll zu tun. Volkswagen ist MAN- und Scania-Großaktionär und will sein eigenes Lkw-Geschäft in die Allianz einbringen.

Hindernis in den Verhandlungen zwischen den beiden Lkw-Herstellern sind dem Bericht zufolge vor allem Forderungen Östlings. So habe dieser verlangt, dass Scania die Allianz mit Konzernsitz in Schweden führen solle. Unterstützung habe Östling dabei von seinem zweiten Großaktionär Investor erhalten, der zum Imperium der schwedischen Industriellenfamilie Wallenberg gehört. Die „Financial Times Deutschland“ hatte zuletzt berichtet, dass die Familie Wallenberg die Gespräche blockiere, weil sie fürchte, dass Scania unter deutsche Kontrolle geraten könne.

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