VW startet Diesel-Umrüstung
Werkstatt-Show mit dem Verkehrsminister

Seit knapp einer Woche erhalten erste manipulierte Diesel ein Software-Update. Heute lud der Autobauer in eine Werkstatt nach Berlin: Verkehrsminister Dobrindt schaut gespannt zu – und hat Neuigkeiten für VW-Fahrer.

BerlinDer VW-Konzern hat in Berlin symbolisch die Umrüstung der vom Abgas-Skandal betroffenen Dieselfahrzeuge gestartet. Im Beisein von Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und dem Volkswagen-Markenvorstand Herbert Diess wurde in einer VW-Niederlassung in der Hauptstadt ein Software-Update auf einen Pick-Up-Truck des Modells Amarok aufgespielt. Der Beginn der Umrüstung sei ein „wichtiger Meilenstein“, sagte Dobrindt.

Die ersten Updates waren laut Volkswagen schon in der vergangenen Woche auf Kundenautos aufgespielt worden. Diess versicherte in Berlin, dass die Fahrzeuge nach der Umstellung zu „hundert Prozent“ die gesetzlichen Anforderungen einhielten. Auch beim Verbrauch und bei der Fahrleistung wolle der Konzern keine Kompromisse machen – beim Modell Amarok sei dies auch gelungen. Der Amarok ist das erste Modell, für dessen Umrüstung das Kraftfahrtbundesamt (KBA) die Freigabe erteilt hat.

Diess versicherte, die an den Fahrzeugen nötigen Veränderungen bedeuten für deren Besitzer nur „wenig Aufwand“. Die Umrüstung sei in jedem Fall in weniger als einer Stunde erledigt, oft auch schon binnen 20 Minuten. „Unser wichtigstes Ziel ist es natürlich, dass Vertrauen unserer Kunden zurückzugewinnen“, versicherte Diess. Zugleich entschuldigte er sich für die „Unannehmlichkeit“, das jeweilige Auto zur Werkstatt bringen zu müssen.

VW sei zuversichtlich, dass bis Jahresende alle hierzulande betroffenen Fahrzeuge umgerüstet werden können, sagte Diess. Die Autohäuser seien gut vorbereitet, so dass der Prozess „sehr geschmeidig“ ablaufen könne. „In den nächsten Wochen“ würden nach und nach alle vom Rückruf betroffenen Kunden angeschrieben. Für Motoren mit 1,2 Litern und 2,0 Litern Hubraum soll dabei nur eine Software-Änderung nötig sein. Bei 1,6-Liter-Modellen soll zusätzlich ein Bauteil eingesetzt werden. Aus allen Wagen muss eine Software entfernt werden, die Abgaswerte manipuliert.

„Das nächste Modell wird der Passat sein, der im März zum Rückruf kommt“, verriet Dobrindt. Der Verkehrsminister sagte, der Rückruf werde von der Untersuchungskommission begleitet, die bei seinem Ministerium zum Abgas-Skandal eingerichtet wurde. Die Zusammenarbeit mit VW funktioniere. Deutschland sei mit dem Rückruf wesentlich weiter als andere Länder, in denen teils noch über technische Lösungen diskutiert werde.

VW hatte im September zugegeben, weltweit in rund elf Millionen Fahrzeuge unterschiedlicher Marken des Konzerns eine illegale Software eingebaut zu haben. Das Programm beeinflusst den Ausstoß von Stickoxiden bei Tests auf dem Prüfstand, so dass die Werte geringer ausfallen als sie tatsächlich sind. In Deutschland sind von den Manipulationen rund 2,4 Millionen Fahrzeuge betroffen.

Das KBA hatte im Oktober den Rückruf aller betroffenen VW-Dieselmodelle angeordnet. Dieser erfolgt in mehreren Etappen über das Jahr verteilt.

Agentur
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AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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