VW-Tochter
Audi erwartet schrumpfende Rendite

Der Ausbau der Modellpalette kostet Audi viel Geld. Außerdem gibt es auf einigen wichtigen Märkten weniger Schwung. Die Rendite dürfte daher sinken, aber immer noch den Mutterkonzern VW erfreuen.
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MünchenAudi steuert wegen höherer Investitionen und der Rabattschlacht im laufenden Jahr auf einen Gewinnrückgang zu. Die Ausgaben für neue Werke, Modelle und Technologien stiegen in der zweiten Jahreshälfte an, sagte Finanzchef Axel Strotbek am Freitag in München. Der Preiskampf im krisengeschüttelten Europa gehe weiter. Bereits im ersten Halbjahr hatte der Autobauer einen Gewinnrückgang verbucht.

Eine konkrete Gewinnprognose wollte Finanzvorstand Strotbek nicht abgeben. "Wir investieren jetzt und ernten später." Audi bekräftigte, die Zahl der weltweit verkauften Fahrzeuge auf mehr als 1,5 Millionen zu steigern. Vertriebschef Luca de Meo kündigte zudem an, das Ziel, 2020 mehr als zwei Millionen Wagen abzusetzen, früher zu erreichen. Ob Audi dann in sieben Jahren Konkurrent BMW vom Premiumthron stoßen kann, ließ er offen.

Die Ingolstädter VW-Tochter bekräftigte ihr Ziel, im Gesamtjahr 2013 eine operative Marge "am oberen Ende des strategischen Zielkorridors von acht bis zehn Prozent" zu erreichen. Von Januar bis Ende Juni erzielte Audi eine Rendite von 10,5 Prozent - das ist weniger als vor Jahresfrist, aber mehr, als die Pkw-Sparten von BMW (9,8 Prozent) und Mercedes (4,9 Prozent) aufboten. Beim Umsatz rechnet Audi nach wie vor mit einem nur leichten Zuwachs im Jahr 2013. In den ersten sechs Monaten legten die Erlöse um 0,8 Prozent zu. Steigen Umsatz oder aber Rendite demnächst nicht signifikant, gibt es wenig Chancen, den Betriebsgewinn von 5,4 Milliarden Euro aus dem vergangenen Jahr auch 2013 zu halten.

Finanzvorstand Strotbek wollte sich dazu nicht äußern. Audi-Chef Rupert Stadler hatte Reuters bereits zum Jahreswechsel gesagt, er lege keine Hand dafür ins Feuer, dass das Ergebnis 2013 wachsen wird. Im ersten Halbjahr sackte der operative Gewinn um acht Prozent auf 2,6 Milliarden Euro ab. BMW verbuchte im selben Zeitraum in der Autosparte ebenfalls einen kräftigen Rückgang.

Beim geplanten Absatzzuwachs profitiert Audi wie die Oberklasse-Konkurrenz davon, dass die Geschäfte in den beiden weltgrößten Automärkten China und USA weiter gut laufen. In Europa dagegen, wo viele Pkw-Märkte am Boden liegen, tut sich Audi schwerer als die Rivalen. Weil die Premiumhersteller rund die Hälfte ihrer Fahrzeuge auf dem Heimatkontinent verkaufen, werden sie von der hiesigen Flaute ebenfalls getroffen.

Vertriebschef de Meo verwies darauf, dass Audi in der Vergangenheit schon zweimal wichtige Meilensteine beim Absatz früher als geplant erreicht habe. "Wir sind zuversichtlich, dass wir die Zwei-Millionen-Marke früher überspringen." Ob Audi dann BMW übertreffen wird - die Münchner wollen schon 2016 mehr als zwei Millionen Fahrzeuge verkaufen - ließen die Manager offen.

Finanzvorstand Strotbek sagte, das Absatzziel sei wichtig, aber nur einer von insgesamt vier Punkten, die sich Audi vorgenommen habe, um 2020 der beste Premiumhersteller zu sein. Dazu gehörten neben dem Volumen die operative Rendite, die Imageführerschaft und die Attraktivität als Arbeitgeber. Auch Mercedes plant, bis 2020 die - einst fast selbstverständlich eingenommene - Führungsposition im Oberklassesegment zurückzuerobern. Audi wollte BMW ursprünglich bis 2015 überholen, verschob dies dann aber um mindestens fünf Jahre nach hinten.

Konzernmutter VW gibt ihren Töchter gern das ehrgeizige Ziel vor, bester Anbieter im Wettbewerb zu werden. VW hatte er erst vor kurzem den Audi-Technikchef ausgetauscht, um die Marke voranzubringen. Der Lkw-Bauer MAN soll beispielsweise bis 2020 bester Lkw-Bauer werden, ist davon aber im Vergleich zu den Rivalen weit entfernt. Auch diese VW-Tochter ließ zuletzt offen, ob das Ziel in punkto Volumen und Rendite noch steht.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • "Audi tut sich in Europa schwer."
    Der hohe Premiumaufschlag des A1, A3 und Q3 dürfte da wohl eine Ursache sein.

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