VW-Tochter
Audi verdient weniger pro Auto

Audi verkauft mehr Autos, erzielt aber weniger Gewinn pro Fahrzeug. So merkt auch der Premium-Hersteller etwas von der Absatzkrise in Europa. Doch die Rendite kann sich immer noch sehen lassen.
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IngolstadtDie Autokrise in Europa fordert auch vom erfolgsverwöhnten Premium-Hersteller Audi ihren Tribut. Im dritten Quartal blieb bei der Ingolstädter Volkswagen-Tochter pro verkauftem Fahrzeug weniger Gewinn hängen. Die operative Rendite sank auf 10,5 Prozent, wie Audi am Montag mitteilte. Vor Jahresfrist hatte der Konzern noch eine Marge von 13,1 Prozent eingefahren.

Wie viele Autobauer mit entsprechendem Angebot in der teuren Oberklasse profitiert Audi von guten Geschäften in den beiden weltgrößten Pkw-Märkten China und USA, wo prestigeträchtige Limousinen und Geländewagen nach wie vor gefragt sind. Rückgänge in Europa können so wettgemacht werden, während auf die Heimatregion konzentrierte Massenhersteller wie Fiat, PSA Peugeot Citroen oder Opel die Krise voll zu spüren bekommen.

Im dritten Quartal 2012 verkaufte Audi eigenen Angaben zufolge weltweit gut 364.000 Fahrzeuge, das sind knapp 14 Prozent mehr. Von Januar bis Ende September summierte sich der Absatz auf rund 1,1 Millionen Autos, was einem Plus von fast 13 Prozent entspricht.

Den teilweise deutlichen Markteinbrüchen in den schuldengeplagten Ländern Italien und Spanien habe man sich nicht komplett entziehen können, hieß es. Dafür seien in Großbritannien, Frankreich und Deutschland mehr Fahrzeuge verkauft worden.

Für das Gesamtjahr bekräftigte Finanzchef Axel Strotbek die Prognose, wonach Audi mehr als 1,4 Millionen Autos ausliefern, den Umsatz steigern und beim operativen Ergebnis das Niveau des Vorjahres halten will. "Nach drei Quartalen fahren wir weiter entschlossen auf unser Jahresziel zu", sagte er.

Die operative Rendite betrug in den ersten neun Monaten 11,2 (12,2) Prozent. Damit lag Audi weit vor Konkurrent Daimler mit 7,8 Prozent. Der Münchner Rivale BMW will seine Zahlen in der nächsten Woche vorlegen. Renditekönig ist Porsche mit 18,5 Prozent.

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  • Die Rendite von Audi ist konzernintern m.E. erheblich "konstruiert" um das Premiumtöchterchen besonders schön aussehen zu lassen,da man im Konkurrenzvergleich bei keiner anderen Kennzahl sonst führt.

    1. sind lt. Geschäftsbericht mögliche Gewinne des VW-Vertriebs Italien darin enthalten, 2. ebenso die Erträge aus der Millionen-Motorenproduktion für die Konzernschwestern. Jeder Eingeweihte weiß, dass interne Lieferantenbeziehungen nahezu beliebig abgerechnet werden können. Nur so ist zu verstehen, dass Audi mit rund 1,2 Mio. abgesetzter Autos (2011) nahezu so viel Gewinn ausgewiesen hat wie Rest-VW mit rund 7 Mio. Autos. Dabei ist der Modellmix von Audi nicht einmal besonders gut. Der rechnersiche Durchschnittspreis eines Audi ist, wie Untersuchungen ergaben, immer noch erheblich niederer als der eines Durchschnitts-BMWs oder -Mercedes. Der von Audi ausgewiesene Gewinn ist für mich daher Schall und Rauch.

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