VW-Tochter

Dieselgate wird auch für Audi teuer

Auch für Audi hat die Dieselaffäre teure Folgen. Für Rückrufe und Prozesse drohen dem Autobauer zusätzliche Belastungen. Die VW-Tochter schraubt daher ihre Gewinnziele für das Gesamtjahr herunter.
Update: 29.07.2016 - 14:35 Uhr
Der Autobauer senkt die Prognose für das Gesamtjahr. Quelle: dpa
Audi

Der Autobauer senkt die Prognose für das Gesamtjahr.

(Foto: dpa)

MünchenDie Dieselaffäre und der Rückruf von Fahrzeugen mit möglichem Airbag-Defekt bremsen die Volkswagen-Tochter Audi und werfen sie hinter die Konkurrenz zurück. Wegen der hohen Extrabelastungen schraubten die Ingolstädter am Freitag ihre Gewinnziele für 2016 nach unten. War bislang eine operative Rendite zwischen acht und zehn Prozent angekündigt, werde angesichts der Sondereinflüsse – im ersten Halbjahr waren es 265 Millionen Euro – ein Wert „leicht unterhalb dieses Korridors“ erwartet.

In den ersten sechs Monaten erreichte die Marge haarscharf den Zielwert von 8,0 Prozent, nach 9,8 Prozent im Jahr zuvor. Der operative Gewinn brach im ersten Halbjahr um fast 18 Prozent ein auf 2,4 Milliarden Euro, während der Umsatz dank höherer Verkaufszahlen leicht zulegte.

Im zweiten Quartal, auf das ein Großteil der Rückstellungen entfiel, schrumpfte die Rendite auf 7,7 (9,9) Prozent. Damit lag Audi weit hinter Konkurrent Daimler, der in seiner Pkw-Sparte mit zehn Prozent glänzte. BMW veröffentlicht am Dienstag Zahlen für das vergangene Quartal; bei den Münchnern gilt für die Autosparte das im Premiumsegment übliche Ziel von acht bis zehn Prozent.

Was Audi in Zukunft baut – und was nicht mehr
Virtuelles Cockpit
1 von 8

Ausgehend von den Audi-Spitzenmodellen TT und Q7, wird die Technik in die ganze Modellpalette eingeführt. Die klassische „Hardware“ in Form von Rundinstrumenten wird durch Bildschirme ersetzt. Entwickelt wurde die Technik von E-Solutions, einem Joint Venture mit Elektrobit außerhalb der bisherigen Konzernstruktur.

Autonomer „Jack“
2 von 8

„Jack“ ist das Versuchsauto für das autonome Fahren. Der mit Kameras und Sensoren ausgerüstete A7 fuhr im Januar 2015 selbstständig vom Silicon Valley nach Las Vegas. Seit dem vergangenen Frühjahr fährt Audi versuchsweise mit dem Auto auch in Deutschland - dank einer Sondergenehmigung. Audi will federführend für VW das autonome Fahren entwickeln.

Das Elektro-SUV
3 von 8

Das wuchtige Elektro-SUV Q6-Etron kommt 2018 auf den Markt. Anders als heutige Elektroautos soll es mit einer Batterieladung 500 Kilometer schaffen. Das im Audi-Werk Brüssel gefertigte Elektroauto soll der Auftakt einer ganzen E-Familie werden. Bis 2025 soll ein Viertel aller Audis elektrisch fahren.

Forschen am Neckar
4 von 8

Bislang hat Audi in seinem Werk Neckarsulm vor allem Verbrennungsmotoren entwickelt. Künftig werden neben klassischen Verbrennungsmotoren auch Brennstoffzellen zur Serienreife gebracht. Die Technik gilt neben Elektrobatterien als wichtigste Zukunftsinnovation. Audi entwickelt die Brennstoffzelle federführend für VW.

Kosten der Karosse
5 von 8

Die Wertschöpfung im klassischen Autobau gerät immer weiter unter Druck. Das Zusammenstreichen von Motor- und Karosserievarianten soll auch die Kosten in der Produktion senken. Zudem will Audi, wie der gesamte VW-Konzern, die Einkaufspreise bei den Zulieferern in den kommenden Jahren kräftig drücken.

Streichmodell A1 Zweitürer
6 von 8

Das Einstiegsmodell der Marke Audi ist kein Bestseller. Gerade einmal 32.-479 Exemplare wurden 2015 verkauft. Bei der Neuauflage des A1 im Jahr 2017 wird die Variante wegfallen.

Streichmodell A3 Zweitürer
7 von 8

Zwei Türen sind der Kundschaft offenbar zu wenig, der viertürige Sportback verkauft sich zehnmal so gut. In der nächsten Modellgeneration wird der Zweitürer wegfallen.

Nur mit hoher Profitabilität lassen sich aus Sicht der Hersteller Milliardenausgaben für Elektromobilität oder autonomes Fahren, für neue Werke und Modelle wie auch für hohe Dividenden stemmen. Audi will die Vorleistungen im weiteren Jahresverlauf erneut erhöhen, um aus dem Autobauer eine "Digital Car Company" zu machen. Dafür muss woanders gespart werden – wo genau, behalten die Ingolstädter noch für sich.

Wie Audi weiter mitteilte, wurden die Rückstellungen wegen des Dieselskandals zuletzt um 132 Millionen aufgestockt, für technische Lösungen, für Rechtsstreitigkeiten oder für die Besänftigung verprellter Kunden und Händler; 2015 hatte die Abgasaffäre bereits mit 228 Millionen Euro ins Kontor geschlagen. Für den Rückruf von Autos mit womöglich fehlerhaften Takata-Airbags bildete die VW-Tochter im ersten Halbjahr Rückstellungen in Höhe von 133 Millionen Euro; im vergangenen Jahr fielen hier 70 Millionen Euro an. Zusammen mit den hohen Extrakosten von 2015 ergibt sich bislang bei der Vorsorge eine Gesamtsumme von 563 Millionen Euro.

  • rtr
Startseite

Mehr zu: VW-Tochter - Dieselgate wird auch für Audi teuer

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%