VW-Tochter im Ausstand
Skoda-Arbeiter streiken für mehr Lohn

Einmal reihum haben am Dienstag die Arbeiter bei der tschechischen VW-Tochter Skoda gestreikt. Obwohl die Arbeiter nur stundenweise streiken, ist es dennoch das erklärte Ziel der Gewerkschafter, mit einer ausgeklügelten Taktik die Tagesproduktion komplett zu erliegen zu bringen.

HB PRAG. Den Anfang des Ausstands machten am Dienstagmorgen die Lackierer, weitere Abteilungen folgten. Jede Schicht solle die Arbeit für mehrere Stunden am Tag niederlegen, erklärten Gewerkschaftsvertreter. Damit werde der Forderung nach Lohnzuwächsen von mehr als zwölf Prozent über zwei Jahre Nachdruck verliehen. Die Produktion in den drei Skoda-Werken werde so gut wie vollständig zum Erliegen kommen. Normalerweise produziert Skoda dort täglich 2500 Fahrzeuge. Die Skoda-Gruppe beschäftigt knapp 28 000 Mitarbeiter und ist mit rund 7,3 Mrd. Euro Umsatz das größte Unternehmen sowie der wichtigste Exporteur des Landes.

Die Gewerkschaften hatten zunächst nur einen dreistündigen Warnstreik geplant. Medienberichten zufolge wurde nun jedoch damit gerechnet, dass am Dienstag kein einziges Auto vom Band laufen werde, was für das Unternehmen rund zwei Mill. Euro an Einbußen bedeute. Die Gewerkschaften erklärten, ihre Streiktaktik ziele darauf, möglichst viele Arbeiter an den Fließbändern zu belassen und zugleich die Produktion so stark wie möglich zu beeinträchtigen. Ein Arbeiter beschrieb das Vorgehen im tschechischen Fernsehen als „Streik am Arbeitsplatz“.

Gewerkschaftsvertreter kündigten an, den Ausstand am Mittwoch für Verhandlungen mit der Firmenleitung zu unterbrechen. Ob die Arbeit danach weitergehe oder nicht, hänge vom Ergebnis ab. Skoda hatte erklärt, man sei zu Gesprächen bereit, aber nicht während gestreikt werde.

Das Skoda-Management zog in der vergangenen Woche ihr Angebot von zehn Prozent mehr Lohn zurück, nachdem die Gewerkschaften die Offerte als unzureichend abgelehnt und mit Arbeitsniederlegungen gedroht hatten. Das Unternehmen bietet nun eine Erhöhung des Basislohns um 7,5 Prozent in diesem und drei Prozent im kommenden Jahr an. Zusammen mit Steigerungen verschiedener Zuschläge sollen sie sich auf einen Gehaltszuwachs von rund zwölf Prozent im Laufe von zwei Jahren summieren. Die Gewerkschaften verlangen mehr sowie eine Garantie, dass einer bedeutenden Lohnsteigerung in diesem Jahr eine weitere Erhöhung 2008 folgt, die einen Inflationsausgleich sicherstellt.

Mit ihrer Lohnforderung verlangen die Beschäftigen einen Anteil am Erfolg von Skoda. Die VW-Tochter fährt seit längerem mit ihren günstigen Modellen Erfolge ein und gehört zu den wichtigen Ertragslieferanten in dem Wolfsburger Konzern. In den ersten drei Monaten steigerte das tschechische Unternehmen den Absatz um 15,5 Prozent auf knapp 150 000 Autos.

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