VW überträgt Leaseplan-Anteile an Volkswagen Bank
Volkswagen Bank übernimmt Leaseplan-Anteil

Der Autokonzern Volkswagen überträgt seine kürzlich übernommene 50-Prozent-Beteiligung an dem niederländischen Flottenmanagement-Spezialisten Leaseplan auf die Banktochter seiner Finanzsparte. Damit will VW Financial Services nach Aussagen eines Sprechers die Chancen auf ein eigenständiges Kreditrating erhöhen.

HB FRANKFURT. Die 50 % der Anteile an Leaseplan, die die VW Financial Services über eine Zwischenholding hält, würden von der Volkswagen Bank GmbH übernommen, teilte die VW Bank am Montag mit. Anfang November hatte VW bekannt gegeben, die Übernahme der Anteile der zuvor zur Großbank ABN Amro gehörenden Leaseplan abgeschlossen zu haben.

Bei der VW Bank sollten künftig die Aktivitäten außerhalb des angestammten Autobanken-Geschäfts gestärkt werden, erläuterte VW-Financial-Sprecher Dietmar Kupisch. „Wir wollen damit unabhängiger von der Konzernmutter werden und streben ein eigenständiges Rating an“, ergänzte er. Dies gelte sowohl für die VW Financial Services, die VW-Finanzdienstleistungstochter mit Sitz in Braunschweig, als auch deren Tochter VW Bank.

Bei einer getrennten Bewertung der Bonität würde die Finanzsparte nicht zwangsläufig unter einem vergleichsweise schlechten Rating der Konzernmutter leiden und erhielte die Chance auf bessere Refinanzierungsbedingungen. Eine verteuerte Refinanzierung des Konzerns durch ein schlechtes Rating trifft vor allem die Finanztöchter, die traditionell auf eine hohe Fremdmittelaufnahme angewiesen sind.

Die großen Ratingagenturen hatten zuletzt ihre Einstufung für den Konzern wegen einer Verschlechterung der Gewinnmargen im Kerngeschäft gesenkt. Europas größter Autobauer bekommt derzeit die anhaltend schwache Autonachfrage zu spüren und kämpft mit sinkenden Erträgen. Hingegen profitiert das Geschäft der Finanztochter vom steigenden Anteil an Finanzierungen bei Autokäufen.

Die anderen 50 % an Leaseplan hatten jeweils zur Hälfte die private saudische Olayan-Gruppe und eine Entwicklungsgesellschaft des arabischen Emirats Abu Dhabi übernommen. Den Kaufpreis hatte ABN Amro auf zwei Mrd. € beziffert.

VW hatte die Übernahme seines Anteils an Leaseplan ursprünglich durch den Verkauf von 9,8 % seines Kapitals an Abu Dhabi finanzieren wollen. Dieser Plan war allerdings im September gescheitert. VW hatte danach erklärt die Kaufsumme aus dem laufenden Geschäft aufbringen zu wollen.

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