VW und Daimler
Truck-Chefs wahren Sicherheitsabstand

Lange Jahre arbeiteten sie für denselben Konzern. Seit Februar steht Daimlers einstiger Truck-Chef Andreas Renschler aber in Diensten von Volkswagen. Jetzt traf er erstmals öffentlich seinen Nachfolger Wolfgang Bernhard.
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BerlinDie Begrüßung war routiniert und ganz offensichtlich herzlich. Auch wenn sich mittlerweile hier zwei Konkurrenten gegenüberstehen. Volkswagens neue Truck-Chef Andreas Renschler und Wolfgang Bernhard, sein Gegenüber bei Daimler, sind zu lange im Geschäft, als dass ihnen anzusehen wäre, dass hier die Nummer eins und zwei in Europa aufeinandertreffen. Sicherheitshalber hatten die Initiatoren des Branchenverbandes VDA dann aber für ihr Symposium doch ihren Präsidenten Matthias Wissmann zwischen den beiden positioniert. Allzu viel Nähe sollte hier dann doch nicht aufkommen.

Renschler, der jahrzehntelang in Diensten der Stuttgarter stand, hat dabei den ungleich schwereren Stand. Die beiden ungleichen Töchter MAN und Scania muss er zusammenbringen. Erstere schaffte im Auftaktquartal eine magere Marge von einem Prozent, der zweite dagegen fast zehn. Da ist offenkundig, wo Nachholbedarf ist.

Ob er eine Empfehlung für Renschler habe, wurde Bernhard gefragt. „Wenn ich die hätte, würde ich sie ihm persönlich geben“, wiegelte der ab. Wohl wissend, dass seine Aussagen zu Volkswagen dort noch immer kritisch beäugt werden. War doch Bernhard im vergangenen Jahrzehnt ebenfalls in Wolfsburg tätig, hatte sich dort mit allzu forschen Maßnahmen aber keine Freunde gemacht und kehrte nach einigen Jahren reumütig zu Daimler zurück. Sein dortiger Führungsansatz ließ sich doch nicht so einfach auf die Wolfsburger Welt übertragen.

Renschler weiß, dass er wegen seiner ebenfalls Stuttgarter Vergangenheit nun gerade deswegen unter besonderer Beobachtung steht. Er tritt mit wenigen Ausnahmen deswegen auch nicht nach außen auf und versucht im Inneren die Strippen zu ziehen. Ein Zusammentreffen von Renschler und Bernhard auf einer Bühne ist so Premiere und Neuanfang zugleich.

Scania, MAN oder gar deren neues Miteinander sollen bei diesem Symposium auch gar nicht das Thema sein. Klimaschutz, Fahrzeugphysik und Transportlösungen stehen im Mittelpunkt. Renschler will sie dafür alle zusammenbringen, die Politik, die Spediteure und die Zulieferer bis hin zu den Reifenbauern, deren Produkte künftig weniger Rollwiderstand bieten müssen. „Entschlossene Politiker und innovative Unternehmen sind der Schlüssel für eine nachhaltige Zukunft“, so sein Credo.

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Berufsbild des Lkw-Fahrers ändert sich

Kommentare zu " VW und Daimler: Truck-Chefs wahren Sicherheitsabstand"

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  • Berufsbildänderung: In der Aufzählung fehlt unbezahlter Lagerarbeiter, Entlader, Belader usw..

  • Da kann Renschler sich bei Berhard informieren ... wie schnell man bei VW fliegt.
    Bernhard überlebte immerhin ein Jahr im VW Konzern. Da ist die Messlatte für Renschler sehr hoch.
    Gönnt dem VW Konzernvorstand eine Verjüngungskur ... alles über 60 muss weg.

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