VW und die Abgasaffäre
Dieselgate-Kompromiss noch nicht greifbar

Kurz vor Ablauf einer Frist steht die benötigte Einigung zwischen Volkswagen und US-Behörden aus. Der Hersteller sollte eigentlich bis Donnerstagnachmittag einen Lösungsvorschlag im Dieselskandal präsentieren.

New YorkVolkswagen hat bisher keine Einigung mit der US-Umweltbehörde EPA erzielt, wie das Handelsblatt aus Verhandlungskreisen erfuhr. Zwar hätten sich die beiden Seiten angenähert, für einen finalen Beschluss bräuchten sie jedoch noch etwas mehr Zeit.

Dabei läuft im Mammutstreit mit zahlreichen Dieselbesitzern sowie Autohändlern und US-Behörden für Volkswagen ein Ultimatum aus. Der zuständige Richter Charles Breyer hatte VW und der US-Umweltbehörde EPA im Abgas-Skandal eine Frist bis zur Anhörung an diesem Donnerstag (16 Uhr) gesetzt.

Breyer fordert eine definitive Antwort, ob eine Einigung auf einen Plan zur Umrüstung der etwa 580.000 Diesel möglich ist, die in den USA von der Affäre um manipulierte Emissionswerte betroffen sind. „Sechs Monate müssten doch genug Zeit sein, um festzustellen, ob es eine technische Lösung bei Volkswagen gibt, die für die US-Regierung akzeptabel ist“, hatte Breyer beim letzten Gerichtstermin Ende Februar gefordert.

Kurz vor Ablauf des Ultimatums gab es jedoch einen Antrag auf Fristverlängerung. VW-Anwalt Robert Giuffra bat den Richter am Mittwoch (Ortszeit) mit Zustimmung der Klägeranwälte um einen Aufschub von 14 Tagen im Konflikt um die Bereitstellung elektronischer Daten.

VW verhandelt mit der EPA und der kalifornischen Schwesterbehörde Carb über eine große Lösung im Dieselskandal, verlautete es aus Konzernkreisen. In den vergangenen Tagen war von einer Reihe von Optionen die Rede.

Tägliche Strafzahlungen möglich

So könnte VW zwei Umweltfonds aufsetzen, einen auf Bundesebene und einen für den Staat Kalifornien, hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg gemeldet. Die „Wirtschaftswoche“ berichtete vom Bau einer Elektroauto-Fabrik in den USA sowie vom Kauf von Verschmutzungsrechten für Stickoxide. Zudem könnte VW wohl einen Teil der knapp 600.000 betroffenen Autos in den USA zurückkaufen.

Bisher ist offen, ob der Richter Breyer dem VW-Antrag auf Fristverlängerung stattgeben wird. Beobachter gehen davon aus, dass er beiden Seiten nur dann mehr Zeit einräumen könnte, wenn er den Eindruck hat, dass eine Einigung kurz bevorsteht.

Sollte die Frist nicht verlängert werden, drohen dem Autobauer Sanktionen. Im schlimmsten Fall könnte Breyer tägliche Strafzahlungen fordern, um VW zu einer schnellen Einigung zu zwingen. Sollten die beiden Seiten nicht übereinkommen, dann könnte auch der Rückkauf aller Fahrzeuge drohen. Das würde jedoch teuer werden. Der Analysedienst Bloomberg Intelligence schätzt die Kosten dafür auf 9,4 Milliarden Dollar.

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