VW und Dieselgate
Noch drei Tage bis zur Deadline

Die US-Behörden hatten VW eine Frist gesetzt, bis wann der Auto-Konzern eine Lösung im Emissionsskandal vorlegen muss. Während diese Gespräche laufen, präsentieren sich die VW-Marken auf der Auto Show in Los Angeles.

Los AngelesDie Uhr tickt. Am 20. November muss Volkswagen dem „California Air Resources Bord“ (Carb) einen Rückruf-Plan vorlegen. Dann ist es genau 45 Geschäftstage her, dass der kalifornische Regulierer gemeinsam mit der amerikanischen Umweltbehörde EPA den Emissions-Skandal bei Volkswagen ins Rollen gebracht hat.

Die Gespräche laufen. „Wir treffen uns regelmäßig mit den Vertretern der Volkswagen-Gruppe“, sagte ein Carb-Sprecher dem Handelsblatt und deutet damit an, dass es sich nicht nur um Manager der Marke Volkswagen, sondern auch der Marken Audi und gegebenenfalls Porsche handeln könnte. So soll unter anderem Friedrich Eichler, Chefentwickler bei VW mit dem Beamten sprechen, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters.

Der Plan, den die Behörde gefordert hat, soll den Ablauf der Rückruf-Aktion im Detail beschreiben. In der Folge wird das Dokument dann vom Carb „und der EPA geprüft, um sicherzustellen, dass das Problem adäquat und sicher behoben wird, bevor VW mit dem Rückruf beginnen kann“, heißt es auf der Webseite des Boards.

Die beiden US-Behörden hatten am 18. September offengelegt, dass knapp 500.000 Autos der Marke VW eine Schummel-Software benutzen, um ihre Stickstoff-Emissionen bei Tests im Labor niedrig zu halten. Anfang November teilte die EPA dann mit, sie habe die Technik auch in einigen Audi- und Porsche-Dieselmodellen entdeckt. Eine Anschuldigung, die der VW-Konzern bestreitet.

Die Frist zwingt die Wolfsburger zu einem Spagat. Denn während die VW-Manager abseits der Öffentlichkeit mit den Aufsehern verhandeln, präsentiert sich Europas größter Autobauer im Rampenlicht der Auto-Show in Los Angeles. Tatsächlich handelt es sich um die erste Messe in den USA nach Bekanntwerden des Dieselskandals. Obwohl die Veranstaltung kleiner ausfällt als die Riesen-Shows in Detroit, Frankfurt oder Paris, hat sie vor allem für den amerikanischen Markt große Bedeutung.

Kalifornien ist als größter Bundesstaat der USA auch einer der wichtigsten Automärkte – vor allem, wenn es um die Diesel-Technologie geht. „VW hat die meisten Diesel in Kalifornien verkauft“, gibt Karl Brauer vom Analysehaus Kelley Blue Book zu bedenken. Daher schauen die Autoexperten gespannt darauf, wie sich Volkswagen dort positioniert.

Wahrscheinlich ist, dass sich Volkswagen in Los Angeles zurückhalten wird. Vorstände aus Deutschland werden laut vorläufigem Plan nicht vor Ort sein. Das VW-Management soll keine Einzelinterviews mit Journalisten geben, und sich keiner größeren Journalistenrunde stellen – ungewöhnlich bei Presse-Tagen auf Automessen. Welche Modelle Volkswagen ab Mittwoch präsentiert, wird im Vorhinein nicht bekannt gegeben, sagte eine Sprecherin.

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