VW und Dieselgate: „Wir sind dabei, schonungslos aufzuklären“

VW und Dieselgate
„Wir sind dabei, schonungslos aufzuklären“

In Wolfsburg sind 20.000 Menschen zusammengekommen – nicht zum Spiel des VfL, sondern zur VW-Betriebsversammlung. VW-Chef Müller beruhigt – doch von der Staatsanwaltschaft Braunschweig kommen beunruhigende Nachrichten.

Wolfsburg/BraunschweigBetriebsversammlung in Wolfsburg – und die Öffentlichkeit ist mit dabei. Das nutzt Volkswagen-Chef Matthias Müller am Dienstag, um die Arbeit der Beschäftigten von Europas größtem Autobauer gegen kritische Berichte über die Abgas-Krise zu verteidigen. Manche Medien würden einseitig berichten, andere die Nachrichten zuspitzen, „das haben Sie, haben diese 600.000 Menschen im Konzern aber nicht verdient“, sagte Müller im Stammwerk Wolfsburg vor rund 20.000 Beschäftigten.

Mit Blick auf Berichte in den vergangenen Tagen und Wochen verteidigte Müller auch den Verlauf der internen Ermittlungen zu den Ursachen und Verantwortlichen der weltweiten Abgas-Affäre: „Falls Sie in den letzten Tagen gelesen, gesehen oder gehört haben, dass etwas verschleppt oder vertuscht worden ist, kann ich mit bestem Gewissen sagen: Nein, das ist nicht der Fall.“ Zuletzt hatte es Berichte gegeben, dass Volkswagen die interne Aufarbeitung nicht schnell genug vorantreibe.

„Wir sind dabei, schonungslos aufzuklären, wer für das Geschehene verantwortlich ist.“ Eine saubere Aufarbeitung der Affäre sei wichtig für die Zukunft des Konzerns. VW rechnet erst in den nächsten Jahren damit, dass die ganzen Auswirkungen der Abgasmanipulationen deutlich werden. Dazu gehörten auch die finanziellen Konsequenzen, sagte Müller. „Wir werden Geduld, Beharrungsvermögen und auch eine gewisse Frustrationstoleranz aufbringen müssen.“

Volkswagen hatte im vergangenen Jahr zugegeben, millionenfach Stickoxid-Werte von Dieselautos mit einer illegalen Software manipuliert zu haben. Weltweit sind rund elf Millionen Fahrzeuge betroffen. Europas größtem Autobauer drohen deshalb hohe Schadensersatzzahlungen und Strafen – vor allem in den USA.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil erwartet in diesem Jahr weitere Enthüllungen. „Wir werden wahrscheinlich in diesem Jahr immer wieder einmal mit unangenehmen Nachrichten im Zusammenhang mit Diesel-Gate konfrontiert werden“, sagte der SPD-Politiker in Wolfsburg.

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Aufsichtsrat Weil warnt vor hohen Strafen

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