VW und MAN
Neuer Lkw-Riese nimmt Gestalt an

Volkswagen kommt mit seinen Plänen für die Lkw-Allianz näher: Der Autokonzern hat für den Lastwagenbauer MAN ein Übernahmeangebot vorgelegt - und der VW-Betriebsrat ist begeistert.
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WolfsburgDie seit Jahren angestrebte Lkw-Allianz von Volkswagen, Scania und MAN rückt näher: Volkswagen hat für den Münchener Lastwagenkonzern MAN ein Übernahmeangebot vorgelegt. Das teilte der Autobauer am Montag in Wolfsburg mit. Erstmals nannte VW konkret auch das Ziel, einen neuen integrierten Nutzfahrzeugkonzern schaffen zu wollen.

Volkswagen habe seinen Anteil an den MAN-Stammaktien von 29,9 Prozent auf 30,47 Prozent erhöht. Damit muss VW den Aktionären ein Pflichtangebot machen. Bei dem schwedischen Lastwagenbauer Scania hält VW bereits die Mehrheit der Stimmrechte.

Die Eigentumsverhältnisse zwischen VW, MAN und Scania sind verwirrend: MAN hält 17 Prozent an Scania, VW hält 30,47 Prozent an MAN und 71 Prozent der Stimmrechte an Scania. Im Endeffekt bestimmt aber VW.

Die Wolfsburger könnten auch schon bald weitere Anteile des Münchner Lastwagenbauers übernehmen. "Aus heutiger Sicht glauben wir, dass eine Spanne zwischen 35 und 40 Prozent der Stimmrechte dieses Ziel erfüllen würde", sagte VW-Finanzchef Hans Dieter Pötsch am Montag vor Analysten in Wolfsburg. Bevor weitere Schritte folgen könnten, müsse man aber zunächst abwarten, wie das aktuelle Angebot angenommen werde. Auch die Kartellbehörden müssten erst ihre Zustimmung geben. Die geplante Aufstockung der Anteile an MAN stehe grundsätzlich jedoch nicht infrage. "Dies ebnet den Weg hin zu einem sehr viel intensiveren Niveau der Zusammenarbeit", so Pötsch.

Auf Betriebsratsebene sieht es nicht danach aus, als ob VW auf Schwierigkeiten stoßen würde. "Wir sind uns mit den Kollegen von MAN einig, dass wir diesen Schritt von VW begruessen. Auf der Arbeitnehmerseite haben wir seit Jahren zwischen MAN, Scania und VW hervorragende Beziehungen und Gespräche", sagte etwa der Vorsitzende des VW-Konzernbetriebsrats, Bernd Osterloh. Volkswagen stehe für starke Arbeitnehmerrechte und den Grundsatz, dass Wirtschaftlichkeit und Beschäftigungssicherung gleichrangige Unternehmensziele seien. "Deshalb bin ich auch davon überzeugt, dass die Gespraeche mit dem VW-Vorstand gut verlaufen werden", sagte Osterloh.

Grund für den jüngsten Schritt sei vor allem das Ziel einer engeren Zusammenarbeit aller beteiligten Unternehmen bei Einkauf, Entwicklung und Produktion, hieß es in einer VW-Mitteilung. Bisher war die Kooperation eher etwas schleppend verlaufen und nicht recht vorangekommen. Gespräche zwischen allen Beteiligten hätten bestätigt, dass kartellrechtliche Beschränkungen hohe Hürden für die Kooperation darstellten und die Erschließung wesentlicher Synergieeffekte behinderten, erklärte VW.

VW will den MAN-Aktionären spätestens Ende Mai ein Angebot machen, der genaue Preis werde auch erst dann feststehen. Voraussichtlich werde er bei etwa 95 Euro pro Stammaktie liegen. Damit enthielte er keine Prämie, um möglichst viele Aktien zu bekommen. Am Montag kletterte die MAN-Aktie in der Spitze bis auf 99,60 Euro.

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  • Wenn Piech Scania und MAN in das VW-Imperium integriert hat sind den Gewinnen Tür und Tor geöffnet. Wenn der Spediteur nicht mehr vergleichen kann muss er Piechs Preise zahlen. Und die werden bestimmt nach oben gehen. Piech, Ackermann, Merkel, Brüderle, Ramsauer, Seehofer, Rösler, Gabriel, Nahles, Roth, Özdemir, Trettin und wie sie alle heißen, werden uns garantiert in die Verarmung schicken. Wann steht das deutsche Volk endlich auf und jagt all diese Pharisäer zum Bußgang in die Wüsten um Tschernobyl und Fukushima.

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