VW-Vertriebschef Klingler
„Wir verdoppeln die Zahl der Händler in China“

In den nächsten Jahren investiert Volkswagen in China Milliarden in Produktionskapazitäten und neue Modelle. Mit der Marke "Weltauto" soll außerdem das Gebrauchtwagengeschäft ausgebaut werden. Im Handelsblatt-Interview spricht VW-Vertriebschef Christian Klingler über die Vorhaben des Autobauers und die harte Kritik von Ferdinand Piëch an seinem Unternehmensbereich.
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Handelsblatt: Herr Klingler, was kann den von Beobachtern erwarteten Absatzrekord 2010 noch ruinieren?

Christian Klingler: Wir werden eine neue Bestmarke erreichen, bleiben aber vorsichtig. In China wechseln sich Euphorie und Befürchtungen vor einer Abkühlung des Wachstums ab. Grundsätzlich sieht es aber erfreulich aus. Aus den USA kommen widersprüchliche Signale. Der Aufschwung dort kommt später als erwartet.

Und das ausgerechnet zum Start ihres US-Werks im kommenden Jahr?

?das weiterhin ein entscheidender Schritt für uns ist. Klar ist: Die USA werden mittelfristig wieder wachsen. Und schon jetzt kommen wir in den USA gut voran. Die Marke VW legt in diesem Jahr um 20 Prozent zu. Die Hausaufgaben geht unser neuer US-Chef Johnathan Browning mit Verve an. Beim Händlernetz müssen wir nachschärfen und vor allem die schlechte Kundenzufriedenheit beim Branchenmaßstab JD Power abstellen. Dabei hilft der neue VW-Qualitätschef Frank Tuch - Porsche hat er auf Platz eins gebracht.

In China investieren sie in den kommenden Jahren Milliarden in Produktionskapazitäten und neue Modelle. Welchen Beitrag liefert der Vertrieb?

Ganz einfach: Wir müssen die Autos verkaufen. Dazu verdoppeln wird die Zahl der Händler von derzeit rund 1 300 in den kommenden Jahren. Die Zahl der Mitarbeiter steigt entsprechend von 80 000 auf rund 160 000. Wir müssen sicherstellen, dass unsere Kunden zufrieden sind. Beim Verkauf von Neuwagen gelingt uns das schon gut. Der Service muss jetzt nachziehen. Dafür wurden die entsprechenden Aktivitäten gesetzt.

Im Jahr 2018 wollen Sie mehr als zehn Millionen Fahrzeuge verkaufen. Erreichen Sie Ihr Ziel schneller?

Es ist nicht ausgeschlossen, dass wir das Absatzziel früher erreichen. Aber das steht nicht im Vordergrund. Was wir wollen, ist der Beste der Branche zu sein, bei Kundenzufriedenheit und als Arbeitgeber. Entscheidend ist dann die Profitabilität. Wenn wir dann 2018 wie geplant noch mehr als zehn Millionen Autos verkaufen - wunderbar.

Was heißt das für den Vertrieb?

Wir müssen die beste Vertriebsmannschaft der Welt haben. Zu den Händlern brauchen wir ein partnerschaftliches und effizientes Verhältnis. Das ist nicht ohne, aktuell sprechen wir von 500 000 Menschen, in den nächsten fünf Jahren werden es 700 000 Menschen sein. Alle müssen in eine Richtung gehen. Dazu brauchen wir bei dem geplanten Wachstum die richtige Struktur.

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