VW will sich Dienstag äußern
Scania lässt MAN abblitzen

Die Argumente von MAN für eine Übernahme von Scania klingen überzeugend und die Analysten wären von einer Fusion angetan. Die Weichen für den Deal schienen bereits gestellt. Doch der Scania-Aufsichtsrat stellt sich nun erstmal quer und hat das Übernahmeangebot seines deutschen Konkurrenten MAN abgelehnt. Damit ist das Pokerspiel um die skandinavische LKW-Perle endgültig eröffnet.

HB STOCKHOLM. Der Scania-Vorstand habe das Angebot sorgfältig geprüft und daraufhin in einer Sitzung am gestrigen Sonntag einhellig beschlossen, die Offerte von MAN nicht zu unterstützen, teilte der schwedische Konzern am Montag ohne weitere Begründung mit. Scania habe MAN danach sofort in Kenntnis gesetzt.

MAN hatte dennoch in der Nacht zum Montag mitgeteilt, 9,6 Mrd. Euro für seinen Konkurrenten zu bieten. Der Scania-Großaktionär Investor wies die MAN-Offerte ebenfalls zurück. Sie spiegele nicht den vollen Wert und das Potenzial von Scania wider, teilte Investor mit. Die Offerte sei insgesamt nicht gut für Scania und die Aktionäre. Der Großaktionär Volkswagen werde sich spätestens am Dienstag zu dem MAN-Angebot für Scania äußern, sagte eine VW-Sprecherin. Der Erfolg des Übernahmeversuchs hängt maßgeblich von der Haltung dieser beiden Scania-Großaktionäre – VW hält einen Stimmrechtsanteil von 37 Prozent, die schwedische Wallenberg-Familie über die Finanzholding Investor und eine Stiftung rund 30 Prozent – ab.

MAN zeigte sich trotz der Ablehnung seiner Offerte zuversichtlich für eine Übernahme. „Wir haben den Anteilseignern das Angebot vorgelegt, und wenn sie sich das genauer angesehen haben, wird es am Ende breite Zustimmung finden“, sagte Samuelsson in einer Analystenkonferenz am Montag. MAN habe nicht vor, die Zusammensetzung der Offerte aus Aktien- und Barkomponente zu ändern, machte Samuelsson deutlich. Der Konzern hatte zuvor bereits mitgeteilt, dass es mit dem französischen Autokonzern Renault bereits eine Vereinbarung zum Erwerb eines Scania-Aktienpakets getroffen habe, das einem Stimmrechtsanteil von 5,18 Prozent entspricht. Finanzielle Details der Einigung wurden nicht genannt.

Die MAN-Aktie lag im frühen Geschäft 1,7 Prozent im Minus auf 62,91 Euro. Scania dagegen notierten in Stockholm 5,4 Prozent höher mit 448 Schwedischen Kronen.

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