Wachsende Nachfrage
Zementbranche schafft Trendwende

Wegen der guten Baukonjunktur erwartet die Zementindustrie die Trendwende: „Die deutschen Zementhersteller verzeichnen in den ersten sieben Monaten beim Inlandsabsatz einen Zuwachs um vier Prozent,“ sagte Andreas Kern, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Zementindustrie (BDZ), dem Handelsblatt.

BERLIN. Ging der BDZ im Frühjahr noch von einem Plus im Gesamtjahr von bis zu zwei Prozent aus, hält Kern angesichts der Auftragsentwicklung am Bau ein Plus von vier Prozent auch im Gesamtjahr für erreichbar. Im Jahr 2005 war der Zementverbrauch noch um 7,5 Prozent auf knapp 27 Millionen Tonnen gesunken.

Wachstumstreiber sind Wirtschaftsbau und öffentlicher Bau. Erstmals rangierte der Tiefbau beim Zementabsatz 2005 mit einem Anteil von 35 Prozent an erster Stelle und überholte den Wohnungsbau, dessen Anteil am Zementverbrauch von 36,4 auf 33 Prozent sank. Der Anteil des Wirtschaftsbaus legte um drei Prozentpunkte auf 32 Prozent zu.

Nach über zehn Jahren konjunktureller Talfahrt befindet sich die deutsche Bauwirtschaft wieder auf Wachstumskurs. Im ersten Halbjahr legte der Umsatz der Baubranche um 1,6 Prozent zu. Der Auftragseingang stieg sogar um 8,6 Prozent. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie, der zu Jahresbeginn noch ein Umsatzplus von einem Prozent erwartete, will seine Prognose daher erhöhen, wie Hauptgeschäftsführer Michael Knipper ankündigte. Die Zementindustrie zieht jetzt nach.

Angesichts gestiegener Zementpreise werde das Umsatzplus zweistellig ausfallen, sagte Kern. Er rechnet mit einem Zuwachs von über zehn Prozent auf rund zwei Mrd. Euro nach 1,8 Mrd. Euro im Vorjahr. Zwar hat die Branche damit die Folgen eines Preiskriegs vor zwei Jahren einigermaßen verdaut. Doch deckten die Preise nach wie vor nicht die Kosten, sagt Kern, der auch Vorstand von Marktführer Heidelberg Cement ist. Insbesondere die steigenden Stromkosten setzen der energieintensiven Branche heftig zu.

„Während im Ausland die Überwälzung der höheren Energiekosten gelingt, fällt dies den Unternehmen hier zu Lande schwerer“, bestätigt Erhard Schmitt, Analyst von Helaba Trust. Dennoch habe sich die Ertragslage der Unternehmen verbessert. Denn die in der Baukrise eingeleiteten Sparprogramme zahlten sich jetzt aus. Schmitt glaubt, dass es den Unternehmen im kommenden Jahr angesichts der höheren Kapazitätsauslastung durch die Absatzsteigerung gelingen könnte, Preissteigerungen durchzusetzen.

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