Wachsender Markt
Automobilhersteller legen in China stark zu

Die chinesische Automobilindustrie boomt. Ob Volkswagen, Ford oder Daimler – allesamt legen sie in China zu. Die Hersteller glauben, in zehn Jahren könne China der weltweit größte Markt sein und sogar die USA überholt haben.

HB PEKING/SCHANGHAI. Volkswagen legt in China deutlich zu und wird sein Absatzziel von 600 000 Autos in diesem Jahr deutlich überschreiten. Vor Beginn der internationalen Automobilausstellung in Peking meldete der Pkw-Marktführer einen Zuwachs von 28 Prozent in den ersten zehn Monaten des Jahres. Der starke Anstieg auf 581 797 Autos war vor allem dem chinesischen Jetta-Modell Sagitar und anderen neuen Modellen zu verdanken. Der Marktanteil von VW liege bei 17,5 Prozent, berichtete ein Sprecher vor der am Samstag beginnenden „Auto China 2006“, die heute zu den fünf größten Automobilmessen der Welt gehört.

Als Nachzügler auf dem chinesischen Markt erwartet Ford in diesem Jahr sogar eine Verdoppelung seines Absatzes auf 300 000. Der Konzern, der erst 2003 das Gemeinschaftsunternehmen Changan Ford Mazda Automobile gegründet hatte, kündigte den Aufbau eines Entwicklungszentrums in Nanjing für 27,5 Millionen Dollar an. China-Chef Mei-Wei Cheng sagte, der chinesische Markt sei „entscheidend“ für die globale Entwicklung des Konzerns. Mit dem neuen Werk in Nanjing, das nächstes Jahr fertig gestellt werden soll, und der Fabrik in Chongqing wird eine Kapazität von 400 000 Autos erreicht. In diesem Jahr kauft Ford für 2,6 Milliarden US-Dollar Autoteile aus China ein – ein Anstieg um mehr als die Hälfte im Vergleich zum Vorjahr.

Allein die Marke Ford verkaufte in den ersten zehn Monaten 118 000 Autos, ein Zuwachs von 106 Prozent. Auch Mazda, Volvo, Land Rover, Lincoln und Jaguar liefen gut, so dass insgesamt eine Verdoppelung im Absatz der Gruppe erreicht werde, sagte Ford-Sprecher Kenneth Hsu. Das Gemeinschaftsunternehmen Changan Ford Mazda Automobile wirft nach eigenen Angaben seit seiner Gründung 2003 jährlich Profite ab.

DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche setzte sich in Peking für die weltweite Verbreitung sauberer verbrauchsarmer Dieselmotoren ein: Moderne Dieselantriebe könnten den Kraftstoffverbrauch ganzer Nationen senken. Zetsche begrüßte die Teilnehmer der vom Autokonzern organisierten Langstreckenfahrt Paris-Peking: Fahrerinnen und Fahrer aus 35 Nationen hatten sich 26 Tage zuvor in Paris auf die knapp 14 000 Kilometer lange Strecke begeben. Zetsche selbst fuhr die letzte kurze Etappe von der chinesischen Mauer nach Peking.

Das sparsamste Fahrzeug der Langstreckenfahrt verbrauchte auf den fast 14 000 Kilometern durchschnittlich 7,19 Liter Kraftstoff. Die Fahrt sollte auch an das erste transkontinentale Autorennen Peking-Paris von 1907 erinnern. Als die Aktion konzipiert wurde, wollte der Konzern damit auch das ramponierte Image der Mercedes-Benz E-Klasse verbessern, das unter Qualitätsmängeln gelitten hatte. Inzwischen ist die erneuerte E-Klasse nach Unternehmensangaben wieder eines der erfolgreichsten Modelle in der Produktpalette der Mercedes Car Group.

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