Wachsstumsschwäche ausgleichen
Beiersdorf schielt auf den chinesischen Markt

Der Hamburger Kosmetik- und Körperpflegekonzern Beiersdorf will weiter über Zukäufe im Ausland wachsen. „Wir können uns sehr gut Akquisitionen lokaler Hersteller vorstellen“, sagte der neue Markenvorstand Pieter Nota. Namen möglicher Übernahmekandidaten wollte er aber nicht nennen.

HAMBURG. Beiersdorf schaut besonders auf China, Russland und Brasilien. Vor allem auf dem stark wachsenden chinesischen Markt will das im M-Dax notierte Unternehmen sein Geschäft ausbauen. Beiersdorf hatte hier im vergangenen Geschäftsjahr den Umsatz um mehr als 55 Prozent gesteigert. Absolute Zahlen wurden aber nicht genannt.

Auf den gesättigten Märkten in Deutschland und einigen westeuropäischen Ländern verfolgt Beiersdorf eine andere Strategie: Hier arbeite der Vorstand an neuen Vertriebs- und Markenkonzepten für die einzelnen Sortimente, um den Umsatz weiter zu verbessern, sagte Nota. Dazu gehöre, das Beiersdorf künftig nur noch wirklich neue Produkte einführen will und nicht Varianten des immer gleichen Produkts. „Ecksteine dieser Neuausrichtung sind, dass nur noch größere, für die Verbraucher nachvollziehbare Innovationen in die Märkte eingeführt werden sollen“, sagte Nota. Als Beispiele nennt er Produkte in der Gesichts- und der Haarpflege, die im Herbst dieses Jahres auf den Markt kommen sollen. Die Neuausrichtung soll mittelfristig bis 2010 greifen.

Mit dieser Strategie will Beiersdorf vor allem den deutschen Markt weiter beleben. Denn im vergangenen Jahr konnte der Kosmetikkonzern den Inlandsumsatz nur leicht um einen Prozent erhöhen und damit knapp die Umsatzgrenze von einer Mrd. Euro überschreiten. Insgesamt hatte der Markenumsatz von Beiersdorf im vergangenen Jahr mit einem Plus von 5,2 Prozent auf 4,04 Mrd. Euro erstmals die Vier-Milliarden-Grenze überschritten.

Ob der Kurswechsel aufgeht, ist aber fraglich. Denn die Aussichten auf dem deutschen Körperpflegemarkt sind weiterhin verhalten. Michael Bastian, Hauptgeschäftsführer des Verbands der deutschen Drogisten, rechnet für 2006 nur mit einem leichten Wachstum. „Ich gehe davon aus, dass der deutsche Körperpflegemarkt um ein bis zwei Prozent zulegt“, sagt Bastian.

Belebend wirke sich in diesem Jahr für 2007 geplante Mehrwertsteuererhöhung aus. Sie könne dazu führen, dass einige Konsumenten kurz vor Jahresende etwas tiefer in die Taschen greifen. Im vergangenen Jahr war der deutsche Körperpflegemarkt um 0,2 Prozent gewachsen, 2004 hingegen um 1,4 Prozent gesunken.

Seite 1:

Beiersdorf schielt auf den chinesischen Markt

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%