Wachstum angepeilt
Arcelor nimmt Schuldenabbau ins Visier

Der weltgrößte Stahlkonzern Arcelor will in diesem Jahr erstmals nach der Fusion vor rund zwei Jahren wieder wachsen. Zudem sollen die Schulden 2004 weiter um rund eine halbe Milliarde Euro sinken, sagte Finanzchef Michel Wurth am Donnerstag in Luxemburg.

HB LUXEMBURG. 2003 sank die Nettoverschuldung um 1,5 Mrd. € auf 4,46 Mrd. €. Konzernchef Guy Dollé kündigte weitere Investitionen vor allem in Osteuropa und Brasilien an. Im vergangenen Jahr erzielte der Konzern einen Reingewinn von 257 Mill. €, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von 121 Mill. € angefallen war.

Die wachsende Nachfrage vor allem in Asien und Osteuropa ermöglicht Arcelor nach Worten Dollés weitere Preissteigerungen. Nach einer Anhebung Anfang des laufenden Jahres würden die Flachstahlprodukte im zweiten Quartal noch einmal um mindestens acht Prozent teurer. Als Grund nannte Dollé die Kostenexplosion bei Rohstoffen wie Koks und Schrott und sowie bei Frachttransporten.

Zu schaffen mache der Gruppe allerdings die anhaltende Dollarschwäche. Vor allem in Nordamerika habe es große Einbrüche gegeben. Der Konzernchef machte deutlich, dass die Standorte in 60 Ländern der Welt weiter auf ihre Effizienz überprüft würden. In Europa favorisiere die Gruppe nach wie vor die Küstenstandorte.

Für den deutschen Standort Dillingen im Saarland kündigte Dollé in den nächsten Wochen eine Entscheidung an. Dem ostdeutschen Standort Eisenhüttenstadt hingegen bescheinigte er eine gute Entwicklung. Deshalb solle von dort aus der polnische und osteuropäische Markt stärker beliefert werden. Arcelor will sich in Polen und der Slowakei auf neue Servicezentren für den Vertrieb von Flachstahlerzeugnissen konzentrieren. Denkbar sei zudem ein Engagement in der Weiterverarbeitung von Stahlerzeugnissen.

Der Umsatz des Konzerns mit 98 000 Beschäftigten fiel mit 25,9 Mrd. € um 2,5 % niedriger aus als im Vorjahr. Drei Viertel des Umsatzes werden in Europa erwirtschaftet. Der Stahlverkauf sank um 1,3 Mill. Tonnen auf rund 40,2 Mill. Tonnen. Das Nettobetriebsergebnis ging um 42 Mill. auf 738 Mill. € zurück.

Die Zusammenführung der Stahlunternehmen Usinor (Frankreich), Aceralia (Spanien) und Arbed (Luxemburg) habe Synergien in Höhe von 405 Mill. € eingebracht, 100 Mill. € mehr als erwartet, erklärte der Vorstand. Die Gesellschaft will die Jahresdividende auf 0,40 (Vorjahr 0,38) Euro je Aktie steigern.

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