Wachstum auf 480 Millionen Euro prognostiziert
Böwe Systec erwartet kräftiges Umsatzplus

Erstmalig will der Augsburger Kuvertiermaschinenhersteller Böwe Systec die US-Tochter Böwe Bell + Howell mit in den Umsatz einrechnen. Dadurch sowie mittels der Umstellung der Bilanz auf den internationalen Standard sei mit einem kräftigen Umsatzplus und steigenden Gewinnen für 2005 zu rechnen, teilte das Unternehmen am Montag mit.

HB MÜNCHEN. Der Überschuss solle auf 20 Mill. Euro wachsen nach 17,5 Mill. Euro im Vorjahr, teilte das im Kleinwertesegment SDax gelistete Unternehmen am Montag in München mit. Hinzu komme ein positiver Effekt in hoher einstelliger Millionenhöhe durch die Umstellung auf den internationalen Standard IFRS, sagte Vorstandschef Claus Gerckens. Der Umsatz soll 2005 durch die volle Einbeziehung der US-Tochter Böwe Bell + Howell auf bis zu 480 Mill. Euro wachsen. Für die Zukunft setzt der Konzern auf das Geschäft mit Postsortieranlagen, wie sie die US-Tochter anbiete. Auf den zunehmend deregulierten Post-Märkten in Europa bestehe dafür großes Potenzial, sagte Gerckens.

Böwe sieht sich als Marktführer bei Kuvertiermaschinen für den automatischen Postversand. Die Technologieführerschaft habe Böwe Systec letztlich auch die großen Zukäufe in den USA ermöglicht, sagte Gerckens. Ziel von Böwe Systec sei es nun, die Marktführerschaft in den automatisierten Mailrooms auszubauen.

Zum Umsatz im laufenden Jahr soll Bell + Howell rund 310 Mill. Euro beitragen, nachdem Böwe die US-Tochter durch das Aufstocken der Anteile auf 60 % nun voll konsolidiert. „Was viel interessanter ist ist, dass wir einen gegenläufigen Warenstrom erzeugen aus den US-Werken in den europäischen Markt hinein“, sagte Gerckens mit Blick auf die starke Abhängigkeit von der Kursentwicklung des Dollar. Die Dollar-Schwäche war ein Grund für das Verfehlen selbst der gesenkten Umsatzprognose im Jahr 2004. In dem Umsatz von 309 Mill. Euro waren anteilig gut 150 Mill. Euro von Bell + Howell eingerechnet.

Nach dem Auslaufen eines Wettbewerbsverbots könne Böwe Bell + Howell ab dem 2. Halbjahr 2006 Anlagen nach Europa liefern, darunter auch Postsortieranlagen. Es gebe viele private Firmen, die das Recht hätten, Post zu verteilen. „Damit entsteht ein neuer Markt für Böwe Systec“, sagte Gerckens.

Längerfristig stellte Gerckens eine Nettoumsatzrendite von sechs Prozent in Aussicht, was bei 500 Mill. Euro Umsatz einen Gewinn von 30 Mill. Euro bedeuten würde. Darin sind die Effekte aus der IFRS-Umstellung noch nicht enthalten. Im vergangenen Jahr betrug die Rendite 5,7 %. Gerckens kündigte zudem an, dass Böwe Systec voraussichtlich in China eine Service- und Vertriebstochter gründen und die Anstrengung im Vertrieb in Osteuropa ausbauen werde. Die Fertigung soll aber weiter ausschließlich in Deutschland und den USA bleiben.

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