Wachstum durch Zukauf

Rüstungskonzern Rheinmetall macht in Öl und Gas

Rheinmetall wird künftig auch Gasförderanlagen und Öl-Pipelines bauen. Dazu steigt der Düsseldorfer Konzern in einen Bereich des Industrieunternehmens Ferrostaal ein. Das soll auch zu Rüstungsdeals verhelfen.
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Schützenpanzer Puma von Rheinmetall: Der Einstieg in das Öl- und Gasgeschäft soll auch den Waffenverkauf ankurbeln. Quelle: dpa

Schützenpanzer Puma von Rheinmetall: Der Einstieg in das Öl- und Gasgeschäft soll auch den Waffenverkauf ankurbeln.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDer Rüstungskonzern Rheinmetall will wesentliche Teile des angeschlagenen Industriedienstleisters Ferrostaal übernehmen. Im Kern geht es um die Sparte Oil & Gas, die Dienstleistungen für die Energieindustrie erbringt, wie Vorstandschef Armin Papperger dem Handelsblatt (Donnerstagausgabe) sagte. Der Bereich soll in eine Gemeinschaftsfirma mit dem Namen Rheinmetall International Engineering ausgegliedert werden, an dem Rheinmetall und Ferrostaal jeweils die Hälfte halten — vorerst. „Wir können uns vorstellen, zu einem späteren Zeitpunkt auch die Mehrheit zu übernehmen“, sagte Papperger.

Das Ölgeschäft soll für Rheinmetall ein Türöffner sein: „Mit dem Joint Venture mit Ferrostaal beschleunigen wir unseren Einstieg in wichtigen Märkten in Südamerika sowie dem Mittleren Osten und Nordafrika“, sagte Papperger. In diesen Ländern ist die Rohstoffförderung eng mit dem Rüstungsgeschäft verbunden, die Entscheidungsträger sind meist identisch.

Tötungsmaschinen, frisch vom Band
huGO-BildID: 32808258 A man looks at tank ammunition at the Defence and Security Equipment International (DSEI) arms fair at the ExCeL centre in east
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Die Defence and Security Equipment International (DSEI) ist die größte Rüstungsmesse weltweit. Mehr als 1.500 Aussteller aus aller Welt präsentieren hier ihre Tötungsmaschinen. Alle Aussteller bedürfen einer Einladung der britischen Regierung. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass Rüstungsgeschäfte mit Unrechtsregimen gemacht werden.

A man uses a mobile phone next to a mannequin dressed in a German Defence Unit's outfit during the Defence Security Equipment International arms fair at ExCel in London
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Auch die deutsche Rüstungsindustrie ist hier vertreten – mit einem eigenen Pavillon.

huGO-BildID: 32808444 Weapons are displayed at the Defence and Security Equipment International (DSEI) arms fair at the ExCeL centre in east London,
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Schusswaffen, Panzer, Raketen und Drohnen – auf der Messe gibt es beinahe alles, was einen Menschen umbringen kann.

Fake body parts are seen during the Defence Security Equipment International arms fair at ExCel in London
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Makabere Bilder: Nachbildungen zeigen den Besuchern auch, was die Errungenschaften alles anrichten können.

A man wears a head mounted see-through display during the Defence Security Equipment International arms fair at ExCel in London
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Dieser futuristische Helm sieht aus wie die Robotermasken des französischen DJ-Duos „Daft Punk“ – könnten aber bald schon zum Standard-Repertoire im Krieg gehören.

huGO-BildID: 32808400 Weapons are displayed at the Defence and Security Equipment International (DSEI) arms fair at the ExCeL centre in east London,
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Die große Hoffnung der Branche liegt jedoch nicht im Schwermetall, sondern im Internet. Dort findet der Krieg der Zukunft statt, wissen auch die Rüstungskonzerne und stärken deshalb ihr Geschäft im Cyber-Bereich.

A Shepherd-MIL Unmanned Aerial Vehicle is seen during the Defence Security Equipment International arms fair at ExCel in London
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Krieg ist hier in erster Linie ein Geschäft. Das betonte auch der britische Verteidigungsminister Philip Hammond: „Waffen ins Ausland zu verkaufen hat für unsere Regierung Toppriorität.“

Im Blick hat Papperger auch Krisenländer: Ferrostaal war vor dem Sturz des Diktators Muammar Gaddafi beispielsweise stark in Libyen vertreten und will dorthin zurück. "Wenn die Demokratisierung voranschreitet, sehe ich keinen Grund, warum wir nicht dorthin liefern sollten." Auch der Irak ist aus Sicht von Rheinmetall-Chef Papperger ein potentieller Markt

Die Gründung der Gemeinschaftsfirma soll am Donnerstag bekannt gegeben werden. Der Jahresumsatz soll bei 200 bis 300 Millionen Euro liegen.

  • fas
  • mur
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1 Kommentare zu "Wachstum durch Zukauf: Rüstungskonzern Rheinmetall macht in Öl und Gas"

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  • Gute Idee!
    Kreativ denken bevor man Personal rausschmeißt.

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