Wachstum gebremst
Puma geht bescheiden ins Olympia-Jahr

Der erfolgsverwöhnte Sportartikel-Hersteller Puma geht mit bescheidenen Zielen in das Jahr der Fußball-EM und der Olympischen Spiele. "Es geht nicht immer geradlinig nach oben", sagte Vorstandschef Jochen Zeitz auf der Bilanzpressekonferenz. Die Marge leidet, weil das Unternehmen viel Geld ins Marketing stecken muss.

HB NÜRNBERG. Der Umsatz werde 2008 nur um maximal neun Prozent zulegen, kündigte Vorstandschef Jochen Zeitz am Dienstag in Nürnberg an. Der operative Gewinn werde wegen hoher Werbekosten noch geringer ansteigen. Von Stagnation könne man aber nicht reden. Das Unternehmen und die Marke hätten noch viel Potenzial. Puma hatte den Konkurrenten Adidas und Nike jahrelang mit sehr hohen Wachstumsraten die Show gestohlen, kämpft jetzt aber wie die ganze Branche mit Problemen im weltgrößten Sportartikelmarkt USA.

Nachdem 2007 schwierig war, sieht Zeitz nun wieder Chancen: Der Auftragsbestand sei 2007 währungsbereinigt um fast zehn Prozent auf 1,2 Mrd. Euro gestiegen. Die Fußball-Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz werde helfen, die seit der WM 2006 deutlich anziehenden Fußballumsätze weiter zu steigern. Puma rüstet neben den beiden Gastgebern auch Weltmeister Italien, Polen und Tschechien aus. Puma stellte dieses Jahr bereits mit Ägypten den Afrikameister.

Bei der Olympischen Spielen in Peking wollen die Franken in der Sparte Leichtathletik Akzente setzen. Im Oktober startet dann die Segelregatta Volvo Ocean Race, die in Spanien beginnt und nach zahlreichen Stopps auf der ganzen Welt im Juni 2009 in Sankt Petersburg endet. Mit diesem Rennen steigt Puma in den Segelsport ein.

Puma gehört zum Luxusgüterkonzern PPR mit seinen Marken Gucci und Yves Saint Laurent. Den Franzosen und übrigen Eigentümern winkt für 2007 eine um zehn Prozent auf 2,75 Euro erhöhte Dividende. Zudem will Puma weiter eigene Aktien an der Börse zurückkaufen, was die Aktie ebenfalls attraktiver macht. Am Dienstag stieg das Papier um fünf Prozent auf über 243 Euro und war einer der größten Gewinner im Nebenwerte-Index MDax.

Seinen Gewinn 2007 steigerte Puma dank eines starken vierten Quartals um zwei Prozent auf 269 Mill. Euro und traf damit nahezu punktgenau die Erwartungen von Branchenkennern. Der Umsatz stagnierte - belastet durch die Aufwertung des Euro - bei 2,37 Mrd. Euro. Puma will dieses Jahr bis zu 120 Mill. Euro investieren, auch in den eigenen Einzelhandel. Dadurch werde die operative Marge fallen, so Zeitz.

Probleme hat Puma noch immer in den USA. Zeitz räumte dort eine "schwierige Situation" ein, Die US-Erlöse fielen währungsbereinigt um fast zehn Prozent. Der Markt sei schwer vorhersehbar. Im ersten Quartal 2008 sei noch keine Besserung in Sicht, unter Umständen könnte es im zweiten Quartal ein Plus bei den Aufträgen geben, sagte Zeitz. Zu schaffen macht der Branche die Krise des Sportschuhhändlers Foot Locker. Dieser will mehrere hundert Läden schließen und baut massiv Lagerbestände ab. Bei Nike, Adidas und Puma werden deswegen kaum noch neue Waren bestellt und teilweise Aufträge storniert.

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