Wachstum nach Sanierung
Brillenhersteller Rodenstock stellt wieder ein

Das einstige Familienunternehmen und Brillenhersteller Rodenstock hat eine erstaunliche Entwicklung vom Sanierungsfall zum Expansionskandidaten durchgemacht. Unter dem neuen Chef Giancarlo Galli werden nun nicht nur wieder Mitarbeiter eingestellt, es wird sogar laut über Übernahmen nachgedacht.

jojo MÜNCHEN. Deutschlands bekanntester Brillenproduzent geht nach der Sanierung der vergangenen Jahre wieder auf Expansionskurs. In diesem Jahr würden 500 neue Leute eingestellt, um das erwartete Wachstum zu bewältigen, sagte Rodenstock-Chef Giancarlo Galli in München. Im ersten Quartal habe das Traditionsunternehmen den Umsatz bereits um neun Prozent auf rund 101 Mill. Euro gesteigert. In diesem Tempo solle es weiter gehen, unterstrich Galli.

Rodenstock muss schnell und stark wachsen, wenn Galli sein selbst gestecktes Ziel erreichen will: Im Jahr 2010 soll der Umsatz bei 750 Mill. Euro liegen. Das ist mehr als doppelt so viel wie die 371,7 Mill. Euro vom vergangenen Jahr. Dazu kommt, dass auch die neuen Eigentümer ein Interesse an einem raschen Wachstum haben dürften. Denn Mitte März übernahm die Beteiligungsgesellschaft Bridgepoint das Münchener Unternehmen vom Finanzinvestor Permira.

Aus eigener Kraft sei der Umsatzsprung allerdings kaum zu schaffen, sagte Galli. Deshalb stünden Übernahmen auf der Agenda. „Wir halten die Augen offen“, betonte der Manager. Details wollte er zwar nicht nennen. Offenbar sind es aber vor allem Vertriebsgesellschaften im Ausland, an denen er Interesse hat.

Der Brillenhersteller war bis 2003 in Hand der Gründerfamilie Rodenstock. Als die Geschäfte immer schlechter liefen, stieg Permira ein, und Galli kam als Chef an Bord. Der Sanierer strich schnell 500 Stellen und verlagerte einen Teil der Produktion ins Ausland, um die Kosten zu senken. Darüber hinaus hat er aber die Investitionen erhöht sowie die Entwicklung beschleunigt. Dieser Kurs zahlt sich jetzt aus: Rodenstock verdient wieder ordentlich Geld, wächst und entwickelt sich derzeit besser als der Markt. So rechnet der Branchenverband Spectaris für das laufende Jahr mit einem Umsatzplus in Deutschland von sieben Prozent.

Die 500 neuen Jobs dieses Jahr würden im In- und im Ausland entstehen, kündigte Galli an. Zum Jahresende werde das Unternehmen dann mehr als 5 000 Mitarbeiter haben.

Trotz des kräftigen Wachstums ist Rodenstock im Vergleich zu seinen Wettbewerbern winzig. Konkurrenten wie Luxottica, Safilo oder Essilor kommen auf ein Vielfaches der Rodenstock-Umsätze. Um zu überleben, setzt Rodenstock auf eine Luxus-Strategie: Die Firma bietet technologisch führende und vom Design her attraktive Produkte zu einem vergleichsweise hohen Preis an.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%