Wachstum über Marktdurchschnitt
Boehringer freut sich über gutes Geschäft

Boehringer Ingelheim ist Deutschlands umsatzstärkster Pharmakonzern. Im vergangenen Jahr hat er unter anderem dank kräftiger US-Geschäfte einen Ergebnissprung verzeichnet. Auch für 2005 ist das Familienunternehmen zuversichtlich.

HB INGELHEIM. „Wir sind mit dem Geschäftsjahr 2004 sehr zufrieden“, sagte Konzernchef Alessandro Banchi am Mittwoch in Ingelheim bei der Vorlage der Jahresbilanz. Das Betriebsergebnis nahm um 52 Prozent auf 1,372 Milliarden Euro zu. Nach Steuern wuchs der Gewinn sogar um 69 Prozent auf 908 Millionen Euro. Boehringer ist unter anderem in den Gebieten Atemwegserkrankungen, Urologie, Kardiologie, Aids und Zentrales Nervensystem tätig. Der Konzernumsatz erhöhte sich vergangenes Jahr um 10,5 Prozent auf 8,16 Milliarden Euro. „Wir rechnen auch in diesem Jahr wieder mit einem Wachstum über Marktdurchschnitt“, sagte Banchi ausblickend. Beim Umsatz werde wechselkursbereinigt erneut ein prozentual zweistelliges Plus erwartet. Rund neun Milliarden Euro sollen 2005 in den Büchern stehen.

Boehringer Ingelheim, für das 1885 Albert Boehringer mit einer Chemiefabrik in Nieder-Ingelheim den Grundstein legte, ist derzeit im Besitz von weniger als 20 Nachfahren der Gründerfamilie. Der Konzern ist der weltweit größte vollständig im Familienbesitz befindliche Arzneimittelhersteller. Die operative Gewinnmarge stieg im vergangenen Jahr auf 16,8 Prozent von 12,2 Prozent im Jahr 2003.

„Zum fünften Mal in Folge sind wir nun schneller gewachsen als der Markt“, sagte Banchi. Im Geschäft mit Medikamenten sei das Wachstum mehr als doppelt so stark gewesen wie das des Pharma-Marktes im Durchschnitt. Auf dem lukrativen US-Markt setzte der Konzern 2004 mit verschreibungspflichtigen Medikamenten 2,65 Milliarden Euro um, das sind 18 Prozent mehr als noch 2003. Damit entfallen mittlerweile 44 Prozent der Umsätze in dem Bereich auf die USA.

Spiriva soll 2005 Blockbuster werden

Umsatzstärkstes Medikament von Boehringer war vergangenes Jahr mit 736 Millionen Euro das Präparat Flomax zur Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung, gefolgt von Mobic zur Behandlung der Arthritis mit 672 Millionen Euro. Mit dem neuen Atemwegsmedikament Spiriva erwirtschaftete der Konzern Erlöse von 525 Millionen Euro. Boehringer vermarktet das Mittel zur Behandlung der Raucherlunge weltweit zusammen mit dem Branchenprimus Pfizer. Dieses Jahr soll das Medikament nun die Blockbuster-Schwelle von mindestens einer Milliarde Dollar Jahresumsatz überschreiten. Es wäre der erste Blockbuster des mittlerweile 120 Jahre alten Unternehmens.

In Deutschland setzte der stark im Ausland engagierte Konzern 2004 im Hauptgeschäft mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln 369 Millionen Euro um. Das sind lediglich sechs Prozent des Weltgeschäfts im Konzern. Boehringer investierte vergangenes Jahr 1,232 (2003: 1,176) Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung. Der Konzern beschäftigte 2004 weltweit rund 35.500 Menschen, knapp vier Prozent mehr als noch 2003.

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