Wachstumschance Energieversorgung
GE greift Siemens in Deutschland an

Der weltgrößte Industriekonzern General Electric (GE) will seinen Erzrivalen Siemens auf dessen Heimatmarkt attackieren. Erhebliche Wachstumschancen sieht Konzernchef Jeffrey Immelt vor allem im Geschäft mit den großen deutschen Energieversorgern, wie er in einem Interview mit dem Handelsblatt sagte.

Handelsblatt: Herr Immelt, Petrochina hat GE gerade vom zweiten Platz der wertvollsten Unternehmen der Welt verdrängt. Werden Industriegiganten wie General Electric jetzt von den Aufsteigern aus Schwellenländern überholt?

Jeffrey Immelt:

Ach, dass Petrochina jetzt größer ist als wir, macht mir keine Sorgen. Aber klar ist auch, dass in den aufstrebenden Ländern Asiens neue Wettbewerber entstehen, mit denen wir eines Tages um die Aufträge kämpfen müssen. Mein Nachfolger wird es einmal mit ganz anderen Konkurrenten zu tun haben als ich. Das schreckt uns aber nicht, wir kennen das aus der Geschichte. Vor 50 Jahren war Westinghouse unser großer Gegenspieler im Kraftwerksgeschäft. Wer redet heute noch von Westinghouse? Heute heißt unser Rivale Siemens.

Asien lockt mit fantastischen Wachstumsraten, und Sie fahren nach Deutschland. Was reizt Sie an einem Land, das im Vergleich zu China kaum noch wächst?

Ich kenne Deutschland seit vielen Jahren. Als ich noch Chef unserer Plastiksparte war, habe ich oft mit den hiesigen Autoherstellern verhandelt. Später war ich dann für unseren Medizinbereich hier. Deshalb weiß ich nur zu gut, dass wir in Deutschland noch längst nicht so stark sind, wie wir sein sollten. Deutschland ist die drittstärkste Volkswirtschaft der Welt. Wir müssten also doch eigentlich einen Umsatz erzielen, der unserem Heimatmarkt Amerika zumindest etwas näher kommt.

Dort spielen Sie jedes Jahr 90 Milliarden Dollar ein. Davon sind Sie in Deutschland Lichtjahre entfernt. Als GE das letzte Mal Zahlen für den deutschsprachigen Raum veröffentlichte, lag der Umsatz unter zehn Milliarden Dollar.

Sie haben ja recht, jahrelang hatten unsere Verkäufer immer neue Entschuldigungen, warum es nicht so recht voranging. Dabei waren es allein unsere eigenen Fehler. Wir hatten zu wenig zu bieten, als dass die Kunden ihre angestammten Lieferanten aufgegeben hätten. Wir waren einfach nicht präsent genug.

Wie wollen Sie jetzt das Geschäft ankurbeln?

Wir bemühen uns sehr stark darum, mit den Unternehmen ins Gespräch zu kommen. Ganz wichtig sind für uns die Energieversorger. Mit Konzernen wie RWE und Eon gibt es starke Anbieter, die weit über ihr Heimatland hinaus sehr bedeutend sind. Ich wäre enttäuscht, wenn wir mit RWE oder Eon nicht noch viel stärker ins Geschäft kommen könnten.

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