Wachstumsmärkte
Deutsche Autobauer für China wieder optimistisch

Die deutsche Autoindustrie hofft nach dem von China zugesagten schärferen Vorgehen gegen Produktpiraterie auf ein Ende der Modell-Plagiate im Reich der Mitte. Entscheidend sei jedoch, dass nun auch Taten folgten.

HB PEKING/FRANKFURT. Autohersteller klagen - wie viele andere Industriezweige - seit Jahren über chinesische Designkopien und daraus resultierende Geschäftseinbußen. Besonders schmerzhaft für die Unternehmen sind laut VDA Plagiate von Zulieferteilen. Die von China angestrebte Ansiedlung von Spitzentechnologie werde nur funktionieren, wenn das Land sich an die Spielregeln der Welthandelsorganisation halte, betonte der deutsche Autoverband.

In dem seit Jahren dauernden Streit hat die chinesische Regierung anlässlich des Besuchs von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Peking nun zugesagt, Produktpiraterie künftig stärker zu verhindern. „Wir versprechen ganz feierlich, dass wir das geistige Eigentum weiterhin schützen werden“, sagte der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao nach Beratungen mit der Kanzlerin. Produktpiraterie führt weltweit jährlich zu Schäden in dreistelliger Milliardenhöhe. Chinesische Firmen sind daran stark beteiligt. Das Thema stand nach Angaben aus deutschen Regierungskreisen daher im Mittelpunkt des Antrittsbesuchs von Merkel in China.

Die deutschen Autobauer, allen voran Volkswagen, blicken wieder zuversichtlicher auf den schwierigen chinesischen Markt. Mit über 200 000 verkauften Einheiten habe sich der Absatz deutscher Hersteller seit Jahresanfang mehr als verdoppelt, teilte der VDA mit. Der Marktanteil sei gleichzeitig um vier Prozentpunkte auf 16 Prozent gestiegen. In den vergangenen fünf Jahren hätten deutsche Autobauer 2,7 Mill. Personenwagen in China produziert - das sei ein Drittel der dortigen Gesamtproduktion. Insgesamt beschäftige die deutsche Autoindustrie in der Volksrepublik mehr als 80 000 Menschen.

VW hatte auf dem wichtigen Wachstumsmarkt China lange Zeit dominiert, zuletzt aber wegen einer falschen Modellpolitik Marktanteile verloren. Konkurrenten wie General Motors und Toyotaholten auf. Nach Verlusten und einem Absatzeinbruch im vergangenen Jahr sollen 2006 über die beiden Gemeinschaftsunternehmen von VW wieder deutlich mehr Fahrzeuge verkauft und Gewinn geschrieben werden.

Mit Blick auf die Zahl der erwarteten Pkw-Neuzulassungen in Deutschland bekräftigte der VDA trotz des Absatzeinbruchs im April seine Schätzung für das Gesamtjahr. „Da hat meine Prognose von 3,35 Mill. Pkw im Jahr nach wie vor Gültigkeit“, sagte Verbandspräsident Bernd Gottschalk in China. Das wäre kaum mehr als im vergangenen Jahr. 2005 waren hier zu Lande 3,34 Mill. Pkw/Kombi neu angemeldet worden. Gottschalk gehört der Wirtschaftsdelegation an, die zusammen mit Kanzlerin Merkel nach China gereist ist.

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