Wachstumsmarkt Kaffee-Systeme: Nespresso macht Dampf bei Kaffeecaps

Wachstumsmarkt Kaffee-Systeme
Nespresso macht Dampf bei Kaffeecaps

Die Nestlé-Tochter Nespresso hat im Geschäft mit Kaffee-Systemen im vergangenen Jahr vier Prozentpunkte Marktanteil zugelegt. Auch Kraft Foods arbeitet mit seinem Kaffee-System „Tassimo“ erfolgreich. Der Markt ist über zwei Mrd. Euro groß – und er wächst rasant.

DÜSSELDORF. Die neue Kraft-Foods-Chefin Irene Rosenfeld nutzt die verfehlten Ziele mit dem Kaffee-System „Tassimo“ vor allem, um das eigene Management geschlossen hinter sich zu versammeln. Sie sieht in der Sonderabschreibung von 245 Mill. Dollar (188 Mill. Euro) im letzten Quartal eine ernste „Lektion“ für die Mitarbeiter des US-Konzerns – und das teilte sie ihnen in einem internen Rundbrief auch mit.

Nach Einschätzung von Analysten war die Sonderabschreibung nicht zuletzt ein unfreundlicher Abschiedsgruß von Rosenfeld an ihren Mitte 2006 gefeuerten Vorgänger Robert Deromedi. Die 52-jährige US-Amerikanerin wollte ihr Amt als Vorstandsvorsitzende nicht durch geringste Altlasten beeinträchtigt wissen.

Doch nach einem Einblick in aktuelle Marktdaten relativiert sich das Desaster. Während das Tassimo-Geschäft offenbar im Heimatmarkt USA schlecht lief, konnte Kraft Foods mit seinem Gerätepartner Braun (Procter & Gamble) in Westeuropa sogar Marktanteile gewinnen (Grafik). Dies belegt die eine Untersuchung des Nürnberger Marktforschungsunternehmens GfK.

Auch die Nummer zwei im Kaffee-Portionsmarkt, die Schweizer Nestlé-Tochter Nespresso, legte im vergangenen Jahr bei den Marktanteilen um vier Prozentpunkte zu. Verlierer ist der US-Konsumgüterhersteller Sara Lee, der mit seinem System „Senseo“ und seinem Maschinenpartner Philips acht Prozentpunkte an die Konkurrenz abgeben musste.

Aber auch bei Sara Lee, die von der weiter steigenden Nachfrage nach den Pads der niederländischen Kaffee-Tochter Douwe Egberts profitieren, hängen die Fahnen nicht auf Halbmast. „Mit insgesamt fast fünf Millionen verkauften Geräten hat Senseo einen dominierenden Standard geschaffen“, sagte ein Sara-Lee-Sprecher.

Der Markt für Kaffee in Einzelportionen hat ein Volumen von über zwei Mrd. Euro und wächst nach Ansicht von Experten auch weiterhin um mehr als 30 Prozent jährlich. Erheblich profitiert von dem Boom hat das Nestlé-System Nespresso. Gerhard Berssenbrügge, Chef der Nestlé-Tochter, hat sein eigentlich erst für Ende 2007 gesetztes Umsatzziel von einer Milliarde Schweizer Franken (620 Mill. Euro) schon Ende 2006 erreicht. „Bis 2010 schaffen wir definitiv die zweite Milliarde“, sagte Berssenbrügge dem Handelsblatt. Für das Jahr 2007 kündigte der Nespresso-Chef eine Produktoffensive an. So soll es ab Herbst eine weitere Nespresso-Maschine geben, die der Vorliebe deutscher Konsumenten für mit frischer Milch zubereitetem Cappuccino und Latte Macchiato entgegenkommt.

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