Wachstumspläne
„Indien kann für Volkswagen ein zweites China werden“

Neben China soll Indien für Volkswagen auf dem Weg zum weltgrößten Autohersteller die entscheidende Rolle spielen. Auch die Zusammenarbeit mit dem japanischen Autobauer Suzuki könnte für den Erfolg in den Schwellenländern von großer Bedeutung sein, verrät VW-Chef Martin Winterkorn im Gespräch mit dem Handelsblatt.
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NEU-DELHI. Neben China soll Indien für Volkswagen auf dem Weg zum weltgrößten Autohersteller die entscheidende Rolle spielen. Der VW-Konzern wolle ab 2018 in Indien eine Mio. Fahrzeuge jährlich verkaufen, kündigte Vorstandschef Martin Winterkorn im Gespräch mit dem Handelsblatt an. "Wir rechnen 2018 mit einem Gesamtmarkt von fünf Mio. Pkw in Indien und einem Marktanteil für VW von 20 Prozent", sagte Winterkorn.

In den ersten acht Monaten 2010 hat der VW-Konzern mit den Marken Volkswagen, Audi und Skoda in Indien 26 000 Fahrzeuge verkauft, gegenüber 2009 ein Plus von 125 Prozent. Trotzdem haben die Wolfsburger großen Nachholbedarf. Weil sie erst vor zehn Jahren nach Indien gekommen sind und damit sehr viel später als die Wettbewerber aus Japan und den USA, liegt der Marktanteil bisher bei mageren zwei Prozent.

Doch Winterkorn ist überzeugt, dass sich das Blatt zu seinen Gunsten wendet. "Indien kann für VW ein zweites China werden", betonte er. In der Volksrepublik verkaufte VW von Januar bis August 1,3 Mio. Fahrzeuge. Zwar sei Indien als Investitionsstandort in mancher Hinsicht schwieriger als das zentralistisch regierte China, sagte Winterkorn. Als Beispiel nannte er den komplizierten Landerwerb. Andererseits berge Indiens demokratisches System auch Vorteile.

Große Hoffnungen setzt VW beim Ausbau seiner Präsenz auf die Zusammenarbeit mit Suzuki. VW hat sich mit 19,9 Prozent an dem japanischen Hersteller beteiligt, der wiederum die Mehrheit an Indiens Marktführer Maruti Suzuki hält. Im ersten Halbjahr 2011 werde VW entscheiden, ob man den eigenen Kleinwagen Up oder ein gemeinsam mit Suzuki entwickeltes Modell unterhalb des Polo in Indien auf den Markt bringen werde, sagte Winterkorn. Zurzeit würden beide Optionen geprüft. Bei der Zusammenarbeit mit Suzuki gehe es im ersten Schritt nicht um ein völlig neues Auto. Beim Up wiederum arbeite VW an einer Version speziell für Schwellenländer.

Denkbar ist, dass der geplante neue Kleinwagen auf Basis eines bestehenden Suzuki-Modells mit verändertem Design und unter VW-Emblem auf den Markt kommt. Der Erfolg im Kleinwagensegment entscheidet, wer als Massenhersteller auf dem extrem preissensiblen indischen Markt dauerhaft Fuß fassen kann. Die Wachstumsraten sind enorm. Allein im August wurden in Indien 161 000 Autos verkauft, rund ein Drittel mehr als vor Jahresfrist.

Zu Jahresbeginn hat VW nahe der westindischen Stadt Pune sein zweites Werk auf dem Subkontinent eröffnet. Mit 580 Mio. Euro ist es die größte deutsche Einzelinvestition auf dem Subkontinent. Dort sollen bis zu 110 000 Autos pro Jahr vom Band laufen, zurzeit werden dort VW Polo und Vento sowie der Skoda Fabia gebaut. "Ich rechne damit, dass die Kapazität des neuen Werks spätestens Ende 2011 voll ausgelastet ist", sagte Winterkorn. "Wenn das Wachstum so weitergeht, brauchen wir in Indien bald zusätzliche Produktionskapazitäten". Allerdings kommen auch alle Wettbewerber von GM bis Toyota mit billigen Kleinwagen auf den Markt. Experten warnen vor einem Verdrängungswettbewerb.

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  • Wer rechnet mit Wachstum ???
    Ja, die Schulden - das Fiat-Money wächst. Und die Lügen !
    Schönes Wachstum.....

  • @ja Vw rettet die umwelt,china steht im stau und der rest der welt braucht autos.wir sind so gut wir sind so klug frau von der leien wird immer ruhiger die volksseele auch,denke wir treffen uns ganz unten ziehen einen ergebnisstrich,und dann brennt die luft allerdings sind die brutalos aller stuttgard 21 polizei heissen die glaube ich schon in stellung gebracht um volkes willen durchzusetzen.das volk braucht brot und spiele.

  • "Wenn das Wachstum so weitergeht, ...."
    Ja wenn! Hoffentlich weiss man auch, wohin mit den ganzen Autos! Hoffentlich wird vor lauter Profit nicht die Entwicklung neuer Umwelttechnologien "vergessen". im Jahr 2018 haben wir zig Umweltkatastrophen mehr und sind nicht schlauer geworden.

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